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Die Wonder Boys |
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Wonder Boys |
| Studio |
Paramount Pictures (2000) |
| Verleih |
Concorde Home Entertainment (2001) |
| Laufzeit |
107:02 min. (FSK 12) |
| Regie |
Curtis Hanson |
| Darsteller |
Michael Douglas, Tobey Maguire,
Frances McDormand, Robert Downey Jr. |
| DVD-Typ |
DVD - 9 |
| Fernsehnorm |
PAL |
| Bildformat |
2,35:1 (anamorph) |
| Audiokanäle |
1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Deutsch, DTS 5.1
3. Deutsch, Dolby Surround
4. Englisch, Dolby Surround |
| Untertitel |
deutsch |
| Regionalcode |
2 |
| Verpackung |
Super-Jewel-Box |
| Preis |
ca. 25 EURO |
Film      
Grady Tripps (Michael Douglas), Professor für Literatur, hat mit dem Stress
des Alltags nicht viel am Hut und ist deshalb recht zufrieden mit einem Leben, dass
hauptsächlich aus einem Rückzug von allen Angelegenheiten, die nur unnötig die Nerven
strapazieren, besteht, was ihm die Möglichkeit einräumt, geruhsam vor sich hin zu dozieren.
Dass diese idyllische Friedlichkeit kein Dauerzustand, sondern nur die Ruhe vor dem
sprichwörtlichen Sturm bedeutet, wirft ihn deshalb etwas aus der Bahn, insbesondere, da
sämtliche dramatische Wechselfälle, die sein Schicksal für ihn aufbewahrt hat, gleich
an einem Tag auf den unvorbereiteten Akademiker losgelassen werden. Nachdem ihn seine Frau
verlassen hat, kündigt Sara Gaskell (Frances McDormand), die Frau des Dekans seiner
Fakultät, Nachwuchs an. Glücklicher werdender Vater ist jedoch nicht der Dekan, sondern
Grady, der mit Sara schon seit längerer Zeit eine Affäre am laufen hat. Zum anderen ist
da noch James Leer (Tobey Maguire), einer seiner Studenten, der sich nicht nur durch ein
überragendes Talent auszeichnet und wie er nicht ganz ohne Neid anerkennen muss, dazu
ansetzt, seinen Mentor zu überflügeln, sondern sich auch als ausgesprochen
morbide in
seinen Gewohnheiten darstellt und der Grady, bei dessen Versuchen, dem jungen Mann auf den
rechten Weg zu helfen, in mehr als einer Weise in Schwierigkeiten bringt. Nicht nur, dass
er den Hund des Dekans erschießt, als dieser Grady bei einem heimlichen Besuch der Gaskellschen
Privatgemächer attackiert, er entwendet auch noch ein Kleid Marilyn Monroes, dass der
Dekan als wertvolles Objekt der Zeitgeschichte in seinem Safe aufbewahrt. Da Grady James
jedoch den Zugang zu dem wertvollen Stück ermöglicht hatte, sitzt er selbstredend mit im
Boot. Allerdings kann er sich nicht vollständig auf das James-Problem konzentrieren, da
auch noch Terry Crabtree (Robert Downey Jr.) aufgetaucht ist, der bei seinem Verlag für
Grady zuständig ist und nunmehr nach dessen neuestem Werk forscht. Immerhin hat der Autor
nach seinem sensationellen letzten großen Roman sieben lange Jahre ins Land streichen
lassen, ohne ein Nachfolgewerk zu präsentieren. Dabei kann man ihm noch nicht einmal
Untätigkeit vorwerfen, ist sein neues Buch doch inzwischen auf einen relativ stolzen
Umfang angeschwollen, gegenwärtiger Stand: Über 2600 Seiten. Das Problem besteht nur
darin, wie seine Studentin Hannah Green (Katie Holmes) treffend anmerkt, er hat vergessen,
auszuwählen zwischen den wichtigen und ganz und gar unwichtigen Teilen. Es bleibt hm übrigen
nicht bei diesen Schwierigkeiten, obwohl sich Grady schon mit jedem einzelnen dieser
Probleme mehr als überfordert fühlt. So bleibt es nicht aus, dass sich zu guter letzt
zwar durchaus Lösungen auftun, diese aber nicht unbedingt Gradys bisherigen Plänen
entsprechen.
"Wonder Boys" ist einer jener Filme, der wie geschaffen für die
kältere Jahreszeit scheint. Ruhig, gemütlich, ohne die nervöse Hektik eines nach Schaueffekten
drängenden Spektakels. Eben das Äquivalent eines Kaminfeuers; allerdings nicht eines von
der Sorte, das schon lange brennt und keine Zuwendung mehr braucht, sondern mit Funkenflug
und ähnliche Gegebenheiten noch die volle Aufmerksamkeit beansprucht. Denn "Wonder
Boys" hat eine sich zwar relativ gemächlich, aber dennoch kurvenreich entwickelnde
Handlung und die Figuren weisen mehr als nur die eine oder andere Skurilität auf. Hier
findet sich im übrigen auch einer der Schwachpunkte des Films, mangelt es einigen der Nebenfiguren
doch ein bisschen an Lebensnähe, da statt ihre Persönlichkeit zu vertiefen nur bestimmte
Absonderlichkeiten schlagartig herausgestellt werden; die Geschichte wirkt so manchmal
etwas distanziert, wo ein wirklich großer Film gerade Nähe hergestellt hätte.
Hauptächlich ist "Wonder Boys" aber großes Schauspielerkino und das gilt vor
allem für Hauptdarsteller Michael Douglas, der lange nicht mehr so entspannt auf der
Leinwand zu sehen war. Es ist nicht nur nicht zu übersehen, dass ihm die Rolle wesentlich
mehr Spaß macht, als die in der letzten Zeit von ihm dargestellten Überpersonen, auch
dankt er dies mit einer seiner besten Leistungen seit langem, ohne dass der sonst auf
kaltschnäuzige Machtmenschen abonnierte Mime als kiffender Verlierertyp, der im rosa
Morgenmantel sein Tagwerk vollbringt, unglaubwürdig wirkt. Glänzend sind daneben auch
die anderen Akteure aufgelegt, insbesondere wieder Robert Downey Jr. und Frances
McDormand, die somit ihrem Co-Star in nichts nachstehen müssen.
Es sollte nicht verschwiegen werden, dass "Wonder Boys" zu der Art Film gehört,
mit der bestimmt nicht jeder wirklich warm wird, da man sich in die Welt der
Protagonisten, die ganz offensichtlich in einem anderen Rhythmus als der Rest der Welt
tickt, hineinfinden muss, um die Geschichte nachhaltig zu genießen. Und da der Film dies
insofern nicht unbedingt leicht macht, besteht unbestreitbar die Möglichkeit, dass der
Einstieg erst nach mehrmaligem Sehen oder auch nie gelingt.
Trotzdem ist "Wonder Boys" eine überzeugende Alternative, die gerade in ihrer
Zurückhaltung überzeugt; besonders in den Momenten, in denen die meisten anderen
Drehbücher das Geschehen in Sachen Gefühl und Drama gerade forcieren würden, biegt
"Wonder Boys" in die Abzweigung zur Gegenrichtung ein und nimmt sich bewusst
zurück. Im Bereich der anspruchsvollen Entspannung darf der Film daher einen der vorderen
Ränge beanspruchen.
Bild     
Zugunsten der DVD muss angeführt werden, dass die Vorgaben des Films nicht
gerade die unkompliziertesten waren. Denn der weitaus größte Teil spielt Nachts, in
wenig beleuchteten Räumen oder bei schlechtem Wetter; kurz gesagt, die Szenerie ist meist
in einen mehr oder minder ausgeprägten Dämmerzustand getaucht. Insofern kann die
Schärfe und auch die Wiedergabe der gedämpften Farbgebungen voll überzeugen. Die
Kontraste hingegen kapitulieren häufiger vor den geschilderten Ausgangsbedingungen. Im
übrigen gibt es immer wieder Momente, in denen es sich aufdrängt, dass bei der
Nachbearbeitung bzw. Übertragung auf DVD nicht ganz so sorgfältig vorgegangen wurde, wie
möglich, wenn leichte digitale Schlieren, oder Andeutungen von stehenden Rauschmustern
auftreten.
Ton     
Der Ton entfaltet sich selten besonders weit im Raum, was allerdings nicht
an einer ungenügenden Übertragung auf die DVD, sondern an der Filmhandlung liegt, die
ihren Schwerpunkt auf die Personen und ihre Dialoge legt, so dass kaum Möglichkeiten
für nennenswerte Toneffekte bleiben. Hinzu kommt, dass auch die Musik eher zurückhaltend
eingesetzt wird und somit ebenfalls keine orchestrale Klangkulisse aufgebaut wird. Was
bleibt, darf als ordentliche Pflichterfüllung angesehen werden, bei der keine
Zwischentöne verloren gehen, wobei aber auch keine Auszeichnungen im Detail angestrebt
wurden. Zwischen Dolby Digital und DTS Fassung waren, außer dass die DTS Version
erheblich lauter abgemischt wurde, keine wesentlichen Unterschiede festzustellen. Dass die
Original-Version nur in Dolby Surround vorliegt lässt sich bei diesen Vorgaben fast
verschmerzen, da trotzdem eine geringere Dynamik auffällt, aber eben doch nur fast.
Special Features     
Die Zugaben sind nicht wirklich umwerfend, aber bieten doch andererseits
auch genügend Zusatzinformationen, die über reines Promotionsmaterial hinausgehen.
In zwei Abschnitten erklärt sich Regisseur Curtis Hanson über die Filmmusik, genauer
gesagt über die Lieder und ihre jeweilige Bedeutung für die zugrundeliegende Szene.
Außerdem gibt es das gleiche noch einmal für einige ausgewählte Schauplätze des Films.
In Verbindung mit dem kurzen Featurette, das leider neben informativeren Passagen
teilweise die Tendenz zu belanglosen Promotionsantworten ("es war sehr erfüllend
dabei zu sein und ...") aufweist, entspricht der Informationsgehalt damit dem was aus
einem Audiokommentar herauszuholen gewesen wäre.
Das "Behind The Szenes"-Segment ist mal wieder recht wahllos zusammengestellt
und teilweise sogar ohne Ton.
Nicht vergessen werden sollte das Video zu Bob Dylans "Things Have Changed".
Abgerundet wird die Sache mit den üblichen Trailern, sowie Infos zu den Dreharbeiten,
sowie den Mitwirkenden.
Das Ganze lässt sich auch direkt vom Film aus ansteuern, wenn im Film die jeweiligen
Extras an der passenden Stelle angezeigt werden, sofern der InterXS Mode gewählt wurde,
ein System, das ja auch schon von anderen Anbietern unter verschiedenen Namen bekannt ist.
Eine kleine Korrektur zur Angabe auf dem Cover: Der Film ist nicht 118, sondern 107
Minuten lang.
05.11.2001
Review von Tobias Wrany
Test-Equipment
TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES
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