AREA DVD-TEST: Beyerdynamic Kopfhörer DT990 mit Verstärker A1 

28.08.2007 Autor: Karsten Serck

Das Gerät

Bereits im Winter 2006 testeten wir den Stereo-Kopfhörer Beyerdynamic DT990, der einen voluminösen und räumlichen Klang mit viel Tragekomfort verbindet, auch bei längeren Hörsessions nicht am Kopf drückt und sich somit nicht für den Einsatz in leisen Stunden eignet, sondern auch ideal für Leute anbietet, die bewusst gerne Musik über Kopfhörer hören, um sich voll auf den Klang konzentrieren zu können. In diesem Test tritt das Top-Modell aus der Kopfhörer-Serie der Heilbronner Audio-Spezialisten noch einmal im Duo auf. Passend zu seinen Kopfhörern bietet Beyerdynamic nämlich auch den speziellen Kopfhörerverstärker A1 an, der es ermöglicht, auch ganz ohne Aufbau einer großen Anlage Musik in anspruchsvoller Qualität hören zu können.

Denn wer die Musik aus richtigen HIFI-Geräten dem Sound eines Ipod oder anderen mobilen Musik-Players vorzieht, aber trotzdem nicht an den Wohnzimmer-Verstärker gebunden sein will, hat es heutzutage gar nicht so einfach, das Passende zu finden. Sofern heutige HIFI-Komponenten wie CD-Player oder DVD-Player überhaupt noch einen Kopfhörerausgang besitzen, kann dieser doch nur selten wirklich klanglich überzeugen. Ein dedizierter Kopfhörerverstärker macht in solchen Fällen Sinn, zumal der Beyerdynamic A1 auch noch speziell für den erweiterten Frequenzgang von SACD oder DVD-Audio geeignet ist.

Die geringen Abmessungen des gerade einmal 25 cm breiten A1 sorgen dafür, dass man überall Platz für den Verstärker findet oder sich z.B. gleich eine spezielle Hörecke mit einem CD-Player einrichten kann. Ausreichend stabil sollte der Standort aber schon sein, denn der A1 bringt immerhin 2,3 kg auf die Waage. Der Verstärker verfügt über zwei Cinch-Eingänge, die sich per Tastendruck auf der Frontseite umschalten lassen. Für den Eingang Nr. 1 ist noch ein eigener Line-Out vorhanden, der das Signal auch dann durchschleift, wenn der Verstärker nicht im Betrieb ist. Das ermöglicht es, den Kopfhörer-Verstärker in eine bestehende Anlage einzuschleifen, ohne dass ein weiterer Signalausgang am CD-Player vorhanden sein muss.

Bei den Einstellmöglichkeiten gibt sich der A1 sehr puristisch, denn außer dem Lautstärkeregler befinden sich keine Regler zur Klangeinstellung am Gerät. Ein klobiges Steckernetzteil erspart Beyerdynamic dem Nutzer. Stattdessen verfügt der Verstärker über ein integriertes Netzteil, welches direkt aus dem Netz seinen Strom erhält und auch mit einer eigenen Sicherung ausgestattet ist. Das robuste Gehäuse wirkt sehr stabil. Alle Knöpfe, Regler und Anschlussbuchsen sitzen fest und sind solide verarbeitet.

Das Einschalten des Verstärkers und Umschalten zwischen den beiden Signalquellen erfolgt gänzlich ohne Knacksen oder sonstige Störgeräusche. Der Verstärker arbeitet zudem praktisch rauschfrei. Selbst wenn man den Lautstärkeregler ganz nach rechts zum Anschlag dreht, ist kein Rauschen zu hören.

Stattdessen bietet der A1 in Kombination mit dem DT 990 einfach Hörgenuss pur - beide Komponenten passen perfekt zueinander. Der Maximalpegel des Verstärkers ist so hoch, dass er auch lauteres Hören problemlos ermöglicht, bringt den Zuhörer aber auch erst gar nicht in Versuchung, es zu übertreiben, da der Verstärker mit sicherem Abstand zur Schmerzgrenze Halt macht und selbst beim Maximalpegel noch keine Verzerrungen produziert. Positiv fällt auf, dass der Verstärker seinen vollen Klang auch bereits bei niedrigen Lautstärken entwickelt und sich die Lautstärke sehr feinfühlig einstellen lässt. 

Das Gespann DT 990/A1 bietet einen exzellenten Klang mit jeder Art von Musik. Der Verzicht auf jegliche Klangregler am Verstärker ist konsequent. Denn man benötigt sie schlichtweg nicht. Auch so bietet das Beyerdynamic Duo im klassischen "Direct"-Betrieb einen voluminösen, räumlichen Sound, der sowohl wuchtige Bässe als auch deutlich und präzise, aber niemals scharf klingende Höhen exzellent wiedergibt. Tracy Chapmans inzwischen beinahe 20 Jahre altes Debüt-Album, auch heute noch eine ideale CD zum konzentrierten Hören, begeistert durch eine enorme Brillanz und Klangvielfalt, die sich mit dem Kopfhörer-Gespann ausgezeichnet entdecken lässt.

Auch die Stimmwiedergabe ist immer sehr natürlich und klingt niemals zu trocken, sondern immer sehr lebendig und authentisch. Die Bassreserven sind so groß, dass selbst basslastige Trance-Hymnen wie sie z.B. auf der Compilation "Above and Beyond - Anjunabeats Volume 5" zu finden sind, sehr nachdrücklich sowie kraftvoll erklingen und selbst bei höherem Pegel Verzerrungen nicht zu registrieren sind.

Und selbst Musikquellen, von denen man eigentlich gar nichts erwartet, bieten so einige Überraschungen: Sogar eine UKW-Wellenreise durch den bayerischen Äther mit einem Onkyo T-4970-Tuner brachte klangliche Nuancen zum Vorschein, die man im häufig durch Dynamikkompression klanglich degradierten Radio sonst kaum zu hören bekommt. 



Fazit

Der kleine A1 hat es in sich. So schlicht der Kopfhörerverstärker von Beyerdynamic auch optisch wirken mag, ebenso prägnant setzt er sich im Zusammenspiel mit dem DT 990 in Szene. Rauschen oder Verzerrungen sind selbst bei hohem Lautstärkepegel Fehlanzeige. Stattdessen gibt es erstklassigen Sound pur mit präzisen Höhen und sauberen Bässen, der selbst bei CDs, die man schon häufig gehört hat, neue Nuancen entdecken lässt. Selbst aus schlechter aufgenommen CDs holt das Gespann immer noch ein wenig mehr heraus, als man es gewohnt ist. Wem der Verstärker im optisch etwas tristen grau nicht so gut gefällt, bekommt den A1 übrigens auch mit Gehäuseteilen in Orange. 

Der Beyerdynamic A1 überzeugt mit klarem und kraftvollem Klang bei nahezu jedem Pegel

Test 28. August 2007

Technische Daten 

  • Eingangsimpedanz 50 kΩ
  • Maximalverstärkung 18 dB
  • Frequenzgang 1 Hz – 100 kHz (-1 dB)
  • Klirrfaktor 0,001 % bei 170 mW/ 250 Ω
  • Kanaltrennung > 89 dB
  • Ausgangsleistung:
    100 mW / 600 Ω
    170 mW / 250 Ω
    150 mW / 30 Ω
  • Fremdspannungsabstand >100 dB (unbewertet)
  • Ausgangsimpedanzen Line Out (je nach vorgeschaltetem Gerät)
    100 Ω Kopfhörerausgang
  • Leistungsaufnahme < 15 W über internes, geregeltes Netzteil
  • Abmessungen 250 x 225 x 50 mm (Gehäusemaße mit Rahmen)
  • Anschlüsse (Audio)
    Kopfhörerbuchse mit vergoldeten Kontakten
    1 Line Ausgang
    2 Audio-Eingänge über vergoldete Cinchbuchsen
  • Netzteil 220 - 240 V/ 50 - 60Hz
  • Gewicht ca. 2,3 kg
  • Preis: 1.000 EUR

Test: Karsten Serck
28. August 2007

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