TEST: Pioneer Full-HD-LCD Kuro KRL-37V

06. November 2008 (cr)

Testequipment
Video-EQ, Funktionsnutzen ermittelt mit 1.080p/24 Hz-Bildsignalen von der Burosch Testbild-Blu-ray:

Bild-Parameter

Profi-Einstellungen - hier die Einstellung der Farbtemperatur

Pure Cinema-Parameter

Einstellbare Parameter:

  • automatische Helligkeitsregelung ein/aus (bei Aktivierung wird die Displayhelligkeit in Abhängigkeit vom externen Lichteinfall automatisch geregelt, was in der Praxis sehr gut funktioniert)

  • Hintergrundbeleuchtung von - 16 bis + 16. Sehr sinnvolle Schritte, die Rasterung ist stimmig und fein genug. Durch das Herausregeln der Hintergrundbeleuchtung erhält man ein Bild mit enorm gutem Schwarzwert, welches einen sehr Kino-liken Eindruck hinterlässt.

  • Kontrast von 0  bis 40: Enorm wirkungsvoller, fein gestufter Kontrastregler. 

  • Helligkeit von - 30 bis + 30. Fein dosierbare Helligkeitsregelung

  • Farbe von - 30 bis + 30

  • Farbton (Rot-/Grün-Balance, auch "Tint" genannt) von - 30 bis + 30

  • Bildschärfe von - 10 bis + 10. Gute Staffelung und effektive Anhebung der Bildschärfe

Hinzu kommt das Menü "Profi-Einstellungen":

  • Farbtemperatur Hoch/Mittel bis hoch/Mittel/Tief bis mittel/Tief

  • 100 Hz an/aus (gesperrt bei 1.080p/24 Hz-Signal

  • PureCinema (Aus/Standard/Verbessert, nicht anzuwählen bei 1.080p/24 Hz-Signal)

  • Aktiver Kontrast ein/aus

  • Schwarz/Weiß-Modus

  • RLS-Bereich (Einstellung des Funktionsbereiches für die automatische Helligkeitsregelung)

Der Pioneer RL-37V verfügt des Weiteren über verschiedene vorprogrammierte Bildfelder, die sich über die Fernbedienung anwählen lassen, Dazu drückt man die Taste "AV-Selection" im unteren Bereich der Fernbedienung. Alle Modi lassen sich noch mittels des Video-EQ anpassen und somit individualisieren. Es sind folgende Modi verfügbar:

  • Standard: Ein ausgewogenes Bildfeld, alle Regler des Video-EQs sind in der Mitte positioniert. Die Farbtemperatur ist auf "normal" eingestellt, was eine sehr ausgewogene und natürliche Farbwiedergabe sichert. Bei der Grautreppe werden alle Balken gut differenziert angezeigt. Das Durchzeichnungsvermögen im hellsten und im dunkelsten Step ist nicht perfekt, was sich an der Anzahl der sichtbaren kontrastierenden Quadrate zeigt. 

  • Film. Die automatische Bildhelligkeitsregelung ist deaktiviert. Die Hintergrundbeleuchtung wird komplett herunterreguliert auf den möglichen Minimalwert von - 16. Bildhelligkeit und Kontrast sind im Falle der Bildhelligkeit etwas, im Falle des Kontrastes deutlich über der mittleren Reglereinstellung des Video-EQs angesiedelt. Die Farben sind leicht zurückgedreht, die Bildschärfe ist über der Regler-Mittelstellung. Für ein sehr angenehmes Bild ist die Farbtemperatur ab Werk auf "Tief" eingestellt. Bei der Grautreppe macht sich die warme Farbtemperatur durch einen sichtbaren Braunstich bemerkbar. Das Weiß wird als Cremé dargestellt und ist sehr augenfreundlich. Die Kontrastabstufungen zwischen den einzelnen Stufen der Grautreppe sind nahezu perfekt. Auch die kontrastierenden Quadrate werden beinahe alle dargestellt. 

  • Spiele: Der Gamer-Modus bietet einen leicht hochgezogenen Kontrast, minimal zurück genommene Farben, eine ausgewogene Bildschärfe und eine minimal erhöhnte Bildhelligkeit. RLS ist deaktiviert, die Hintergrundbeleuchtung ist bezüglich des Reglers auf der Mittelstellung. Bei der Farbtemperatur ist "Mittel" eingestellt. Der "Spiele"-Modus bietet eine sehr gekonnte Kontrastdarstellung mit recht tiefem Schwarz, klarem, aber nicht überstrahlendem Weiß und einer tadellosen Darstellung aller Steps in der Grautreppe. Auch die kontrastierenden Quadrate werden zu einem beträchtlichen Teil ans Licht geholt. 

  • PC: Wie Modus "Spiele", der Kontrastregler ist aber weiter aufgezogen. Farbtemperatur auch auf "Mittel".

  • Dynamisch: Die Hintergrundbeleuchtung ist auf dem Maximalwert, RLS ist deaktiviert. Der Kontrast ist sichtbar hochgezogen, während die eigentliche Bildhelligkeit sich unterhalb des Mittelwertes einpendelt. Die Farben sind ein wenig kräftiger als normal eingestellt. Durch deutliches Nachregeln der Bildschärfe ist das Ergebnis bezüglich Doppelkonturen und Verträglichkeit über längere Zeiträume grenzwertig. Die Farbtemperatur ist auf "hoch" eingestellt, dies erklärt den sichtbaren Blaueinschlag, der das Weiß sehr brillant erscheinen lässt. Alle Steps der RGB 256 Graustufentreppen sind aber auch in diesem Modus erkennbar. Das Durchzeichnungsvermögen im hellsten, aber besonders im dunkelsten Balken nimmt, wie man an der Anzahl der zu erkennenden kontrastierenden Quadrate ausmachen kann, jedoch ab. 

  • Dynamisch konstant: Wie "Dynamisch", aber ohne manuelle Eingriffsmöglichkeiten durch den Anwender.

Weitere Anmerkungen:

  • Nicht im Bildmenü, sondern unter dem Obermenü "Optionen" findet sich der Rauschfilter. Dieser hat drei Stufen (aus/schwacher Effekt/starker Effekt).

  • Unter "Screen Size" auf der Fernbedienung finden sich die Einstellmöglichkeiten "Voll" und "Punkt für Punkt" (= pixelgenaue Darstellung)

Bilanz: Sehr effektiver Video-EQ, allerdings sind die Einstelloptionen nicht sonderlich reichhaltig. Es fehlen verschiedene, in ihrer Wirkungsweise unterschiedliche Rauschfilter, ein selektives Farbmanagement, eine exakte Bestimmung des Weißpunktes mittels Gain/Offset RGB-Einstellfeld,  und eine Gammakorrektur. Dass überflüssige Optionen wie Konturenverstärker oder enorme Kontrastanheber fehlen, ist hingegen eher zu begrüßen. Insgesamt hätten wir jedoch gerade von Pioneer hier mehr Ausstattung erwartet. Gesamtnote Video-EQ: Sehr gut - ausgezeichnet. 

Bild

Generelle Beobachtungen

  • Der KRL-37V begeistert durch sein nahezu rauschfreies Panel

  • Der Schwarzwert und das Durchzeichnungsvermögen in dunklen Bildsequenzen ist generell sehr gut, bei Wahl des AV-Modus "Kino" sogar exzellent. 

  • Die Abstufungen bezüglich der anwählbaren Farbtemperaturen sind praxisgerecht gewählt.

  • In Normaleinstellung stellt der KRL-27V ein natürlich scharfes, nie aufdringliches Bild bereit.

  • Der Pioneer differenziert einzelne Bildebenen hervorragend auseinander, was für ein tiefes, plastisches Bild sorgt

Testbilder 1.080p/24Hz (AV-Modus

  • Lines, Squares and Letters: Alle Muster werden sehr sauber und klar dargestellt, es sind keine farblichen Verfärbungen sichtbar. Auch die kleinsten Schriften sind akkurat lesbar. Die Bildruhe begeistert, es kommt weder zu Flimmereffekten noch zu Rauschmustern.

  • Faces: Sehr schöne Durchmodellierung der Gesichter der beiden Ladies mit sauberer Darstellung der Hauttöne. Sehr gut kommt der Haaransatz der dunkelhaarigen Dame zur Geltung, Die einzelnen lockigen Haare werden sehr sauber herausgearbeitet. Der Glanz in den Augen erscheint authentisch. Die beiden Halsketten mit ihren Anhängern werden fein detailliert. 

  • Letters: Die Schriften laufen gleichmäßig, ohne Ruckelbewegungen und mit nur sehr geringem Schärfeverlust durchs Bild. Auch die farbigen Schriften erscheinen nahezu ohne Farbrauschen. 

  • Stars: Ein natürlich scharfes Bild, was sich an den sehr klar erkennbaren Gitternetzlinien nachvollziehen lässt. Keine Doppelkonturen. Die Farbintensität der RGB-"Sterne" ist gleichmäßig. 

  •  

Fazit Testbilder: Scharf, plastisch, sauber und farbecht - der KRL-37V zeigt eine ausgesprochen überzeugende Leistung, die man in Anbetracht des recht happigen Kaufpreises auch erwarten darf. 

Film-Blu-ray "Fluch der Karibik 1 - Kurs der Black Pearl", 1.080p/24 Hz

  • Sehr gute Wiedergabe des Nebels zu Beginn des Films, das aus dem Nebel auftauchende Segelschiff kommt mit ruhiger Bewegung näher. Das Kleid des auf Deck an der Schiffsfront stehenden Mädchens wird sehr detailliert wiedergegeben. Die Struktur der Segel zeigt die Gebrauchsspuren deutlich. Die Gesichter der Protagonisten sind fein gezeichnet, auch kleine Falten oder Poren der Haut werden sichtbar. 

  • Im folgenden Kapitel, als Jack Sparrow in seiner "Nußschale" auf Port Royal zusteuert, erscheint das Blau des Himmels nicht übersättigt, sondern farbecht und sehr klar. Als Sparrow in den Hafen einfährt, ist rechts im Bild die Plankenstruktur des Segelschiffes sehr gut zu erkennen. Die Strohkörbe links im Bild, als Sparrow über den Landungssteg schreitet, erscheinen sehr stabil und mit scharfer Struktur versehen. Der Ovierview von oben über die Zeremonie in der Festung erfolgt mit ruhiger Bewegungswiedergabe, das Mauerwerk ist beinahe ohne Unschärfen erkennbar. Auch als die Soldaten vor dem Mauerwerk umher schreiten, sind die einzelnen Steine noch klar auszumachen.  Das Gesicht von Sparrow beim Gespräch mit den beiden Soldaten, die am Kai stehen, wirkt sehr facettenreich, die dunklen Augen mit der geschminkten Umrandung wirken sehr detailreich. 

  • Als Sparrow in der nächsten Sequenz Elisabeth Swann aus dem Wasser rettet, ist das Bild auch unter Wasser sehr scharf, das Korsett des Festgewandes der jungen Lady ist scharf und detailreich dargestellt. Als kurz darauf die Soldaten durch den Festungsgang eilen, ist rechts, obwohl im dunkeln liegend, die Struktur des Mauerwerks gut zu erkennen. Die Lanzen, die auf Sparrow in der folgenden Szene gerichtet sind, überzeugen durch scharfe Ausformung, ohne dass sich störende Doppelkonturen hineinmischen und die visuelle Harmonie stören.

  • Im 4. Kapitel dann wird das Gefängnis in der Dunkelheit von außen gezeigt. Der Pioneer überzeugt hier durch seinen sehr guten Schwarzwert und die scharfe, vielschichtige Wiedergabe der Wasseroberfläche.  

  • Als Elisabeth im Bett liegt, ist die Spitzenstruktur des Nachthemdes sehr scharf erkennbar, ebenfalls die brennende Kerze auf dem Nachtisch. Als das Zimmermädchen den Raum verlässt, ist trotz des Halbdunkels rechts die Struktur der Vertäfelung sehr gut erkennbar. 

  • Kurz darauf wird, nachdem Orlando Bloom beim Schmieden gezeigt wurde, die Festung in der Dunkelheit auf den Screen gebracht - hier sind alle einzelnen Mauersteine sehr schön auseinander zu differenzieren. Im darauf folgenden Kampf stellt der Pioneer-LCD die Geschehnisse sehr dynamisch und mit stabilem Bild dar. Der tadellose Schwarzwert sticht erneut hervor.

Fazit Film-Blu-ray: So haben wir "Fluch der Karibik" bislang auf kaum einem LCD gesehen: Farbecht, natürlich scharf, ein enormes Differenzierungsvermögen auch in den hinteren Bildebenen, herausragende Bild-Stabilität und mit einem ausgezeichneten Schwarzwert versehen. 

Test von Scaler und De-Interlacer, Sequenz 1, Testbilder von der Professional Test DVD (Burosch/Rhode&Schwarz), 576i

  • Schärfetestbild H Sweep 0,5 MHz bis 6,75 MHz: Eine gleichmäßig scharfe, klare Darstellung, die Linien fransen auch im hochfrequenten Bildbereich nicht aus und sind klar differenzierbar. Keine feststellbaren Rauschmuster. Bilanzierend eine hervorragende Scalingleistung des KRL-37V.

  • Pendel mit verschiedenen Geschwindigkeiten: Die Linie, über die das Pendel gleitet, steht stabil und scharf. Sie fängt nicht zu flimmern an, wenn das Pendel sich davor bewegt. Das Pendel selber läuft gleichmäßig, die innere Struktur ist stets erkennbar. Leichte Nachzieher sind zu sehen. 

  • Schriften in verschiedenen Geschwindigkeiten: Bei 384, 192, 96 und 64 Frames nahezu perfekte, ruhige und bewegungsscharfe Darstellung. Die Buchstaben-Konturen sind exakt gezeichnet. Bei 32 Frames mischen sich Fehlfarben in den Buchstabenränder (blau), der Lauf der Schrift bleibt ruckelfrei und gleichmäßig. Insgesamt bei diesem schwierigen Testbild eine für einen LCD-TV ausgesprochen gute Leistung. 

Fazit: Der eingebaute Scaler arbeitet bei allen Testbildern exzellent und überzeugt durch Schärfe und Rauscharmut. Der De-Interlacer liefert eine ebenfalls sehr respektable Leistung ab und erzielt flüssige Bewegungsabläufe. Bewegungsunschärfen kommen kaum vor. Bei sehr schnellen Bewegungen leiden die Konturen der bewegten Objekte etwas. Insgesamt eine Performance, die für einen LCD-Fernseher sehr gut ist. 

Test von Scaler und De-Interlacer, Sequenz 2, Star Wars Episode III, 576i

  • Laufschrift zu Beginn des Films: Sehr ruhiger Lauf, die Buchstaben neigen nicht, wie oft beobachtet, am Rand weiß zu werden und auszufransen. Nur sehr geringes, aus größerer Distanz kaum feststellbares Flimmern einzelner Buchstaben. Sehr ruhiger, stabiler Bildhintergrund, es werden viele Sterne gezeigt.

  • Eröffnungsszene: Weltraumschlacht oberhalb von Coruscant: Der Sternzerstörer gleitet ruhig durchs Bild. Die Oberflächenstruktur ist scharf und klar erkennbar. Keine Schärfeverluste durch die gleichmäßige Bewegung, kein Flimmern oder Zittern der Objektkanten. Perfekte Leistung - als die beiden Raumjäger von Anakin und Obi Wan den Sternzerstörer im schnellen Flug passieren, bleibt das große Raumschiff in allen Einzelheiten klar erkennbar. Die beleuchteten Fenster fransen nicht aus, sondern bieten scharfe Konturen. Die ausgezeichnete Bildschärfe praktisch ohne erkennbare Rauschmuster beweist erneut die enormen Scaling-Qualitäten.

Fazit: Für einen LCD-Fernseher bietet der Pioneer einen exzellenten Scaler und einen ausgezeichneten De-Interlacer. Durch solche hochwertig integrierten, elementar wichtigen Ausstattungsmerkmale rechtfertigt sich auch der hohe Kaufpreis. 

Anmerkung: Erstklassiger Kontrast im Programm "Kino" bei diesem Filmbeispiel, aber zu blasse Farben. Hier sollte der Anwender etwas am Farbregler drehen. 

Interner analoger TV-Tuner

Sehr guter analoger TV-Tuner

  • Wenig Bildrauschen: Sowohl in einfarbigen Flächen als auch bei kleinen Bilddetails sind störende Rauschmuster nur in geringem Maße vorhanden

  • Gute Bildschärfe - der Pioneer begeht aber nicht den Fehler, das TV-Bild zu scharf und dadurch mit Treppenstufen und Doppelkonturen wiederzugeben.

  • Natürliche Farben im Programm "Standard"

  • Hohe Bildruhe

  • Ruhiger Lauf der Schriften mit Aktienkursen und Breaking News bei N24, N-TV etc. Erneut überzeugt der interne De-Interlacer

Bilanz: Reife Leistung des KRL-37V - der eingebaute analoge TV-Tuner macht einen ausgezeichneten Job und leistet sich keine Schwäche. 

Eignung zum Gamen

  • Das Panel hat eine extrem schnelle Reaktionszeit - dadurch ist es auch eine Freude, sehr dynamische Games zu spielen

  • Durch das sehr gut zum Spielen geeignete, gleichnamige AV-Programm kann man auch mehrere Stunden entspannt gamen 

  • Kontrast und Schwarzwert überzeugen praktisch restlos

  • Im Modus "Spiele" brillante, aber trotzdem harmonische, "langzeittaugliche" Farbwiedergabe

Fazit: Auch für Gamer ist der KRL-37V eine zwar sehr kostspielige, aber enorm leistungsstarke Alternative, die auf hohem Level durch Ausgewogenheit glänzt. 

Gesamtnote Bild in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Klang

Tonmenü

  • Nach Anwahl der "AV Select" Taste auf der Fernbedienung ändert sich das Klangprogramm (zuerst muss man über "Home Menü" ins Ton-Setup) von Film (leicht erhöhter Bass, Höhen neutral, Raumklang aktiviert), Spiele (Bässe neutral, leicht angehobene Höhen, Raumklang ein), Dynamisch (Leicht angehobene Höhen und Bässe, Raumklang aus), Dynamisch konstant (nicht veränderbar durch den Anwender, gleiche Werte wie "Dynamisch), Anwender (eigenes Setup)

  • Einstellbar sind: Höhen, Bass, Balance, sehr guter, breiter und sensibler Regelbereich. Raumklang kann aktiviert werden (mehr Bühnenbreite, Klang löst sich besser vom Lautsprechersystem, sehr lebendige Charakteristik).

Der Pioneer KRL-37V klingt für einen LCD-TV überdurchschnittlich gut. Besonders die lebendige, klare Hochtonwiedergabe überzeugte uns. Der Grundtonbereich ist erfreulicherweise ebenfalls ordentlich, wenngleich man systembedingt natürlich nicht zu viel erwarten darf. Die Raumklang-Funktion löst den Sound überraschend gut vom Fernseher, zudem klingt das Gebotene dynamisch und frisch anstatt, wie oft gehört, matt und lethargisch. Der Pioneer-LCD erbringt sogar so etwas wie eine akustische Einarbeitung klanglicher Details - das haben wir selten bei Soundsystemen, die in Flachbildschirme integriert sind, gehört. Einen "echten", das heißt vollwertigen Bassbereich kann der KRL-37V nicht bieten - das wäre auch zu viel verlangt. Eine recht präzise, klare Wiedergabe vom Anfang des tieffrequenten Spektrums durften wir aber erfreulicherweise vernehmen. An Einstellmöglichkeiten finden sich recht genau dosierbare Standardregler zu Höhen, Bass und Balance. Im Menü "Optionen", nicht im Soundmenü, findet sich der Unterpunkt "Sprachverbesserung". Diese hat zur Aufgabe, die Stimmwiedergabe zu fokussieren und den Rest der Akustik aus dem Brennpunkt des Zuhörers auszublenden. Das funktioniert in der Praxis auch recht gut. Gesamtnote Klang in Relation zu Gerätekategorie und Preisklasse: Sehr gut - ausgezeichnet. 

Gesamt-Fazit

Typisch Pioneer: Der KRL-37V erweist sich als bild- und klangstark

Pioneer setzt neue Standards - und zwar in jeder Hinsicht: Der KRL-37V ist mit knapp 1.900 EUR Kaufpreis für ein Gerät mit lediglich 94 cm Bildschirmdiagonale enorm teuer. In Zeiten, in denen man für diesen Preis einen ausgewachsenen 50 Zoll-Flatscreen mit Full-HD-Auflösung und sehr gutem Bild bekommt, mag man hier zunächst nach einer Berechtigung für eine solche Preispolitik suchen. Wenn man den elegant aussehenden LCD-TV aber genauer anschaut, wird offenbar, wieso Pioneer auch preislich einen Sonder-Obulus verlangt: Nur die nochmals sehr deutlich teureren Runco-Flachbildschirme weisen bessere Scaling- und De-Interlacing-Einheiten auf. Ansonsten weist der Pioneer so ziemlich alle Kontrahenten in die Schranken. Ein sauberes, scharfes und flimmerfreies  Bild auch bei Zuspielung von 576i-Signalen ist alles andere als selbstverständlich. Das Panel begeistert ebenfalls: Nahezu rauschfrei, sehr schnell ansprechend und mit hervorragendem Kontrast und ausgezeichnetem Schwarzwert gesegnet. Auch akustisch präsentiert sich der Pioneer-LCD in ausgezeichneter Verfassung und liefert einen überraschend klare Klangwiedergabe. Die hochwertige Anmutung begeistert ebenso wie die zwar nicht allzu zahlreichen, dafür aber sehr effektiven Einstellmöglichkeiten im Video-EQ. Insgesamt eine überzeugende Leistung - der Einstieg von Pioneer in die LCD-Welt ist ohne Zweifel gelungen. 

Der ausgesprochen elegant auftretende KRL-37V begeistert durch einen ausgezeichneten Schwarzwert, einen erstklassigen Kontrast und natürliche Farben

Flachbildschirme obere Mittelklasse
Test 06. November 2008
Preis-/Leistungsverhältnis

Pro:

  • Für einen LCD-TV hervorragender Schwarzwert

  • Exzellenter Kontrast

  • Sehr stabiles, rauscharmes Bild

  • Natürliche, authentische Farbgebung

  • Ausgezeichneter Scaler und De-Interlacer

  • Sehr guter Klang

  • Elegante optische Erscheinung

  • Edle Fernbedienung 

Contra:

  • Sehr teuer

  • Video-EQ mit kleinen Ausstattungsdefiziten

  • Bedienung im Detail nicht absolut stringent

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Test: Carsten Rampacher
06.11. 2008

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