TEST: Pioneer AV-Receiver VSX-LX51 

08. Oktober 2008 (lm/cr)

Ausstattung

Überblick:

Der VSX-LX51 ist als Siebenkanal-AV-Receiver mit einer Leistung von 150 Watt pro Kanal (6 Ohm) ausgelegt. Er decodiert neben den Standardformaten Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS-HD High-Resolution Audio und DTS-HD Master Audio. An Surround-Aufpolierern sind DTS Neo:6 und Dolby Pro Logic IIx integriert. Des Weiteren verfügt der Pioneer über ein THX Select2 Plus-Zertifikat. Natürlich liefert Pioneer das automatische Lautsprecher-Einmess- und Equalizing-System MCACC mit (Advanced-Variante mit verbesserter Präzision und erweiterten Nachbearbeitungsmöglichkeiten, mit 9-Band-EQ). Integriert ist auch eine wirksame Phasenkontrolle, die die Zeitverzögerung und die Phasenlage für jeden angeschlossenen Lautsprecher individuell regelt. Mittels der vorhandenen USB-Buchse können MP3-Player mit dem VSX-LX51 Kontakt aufnehmen, ebenfalls kann der iPod direkt angeschlossen werden. Videoseitig bringt der 13,5 kg wiegende AV-Receiver eine De-Interlacing- und Scaling-Möglichkeit auf bis zu 1.080p mit. 24p-Signale werden erkannt und ohne Qualitätsverlust durchgeschliffen. 

Im Detail:

Alle eingebauten Decoder:

  • Dolby Digital
    Dolby Digital EX 
    Dolby Digital Plus
    Dolby Pro Logic II 
    Dolby Pro Logic IIx 
    Dolby True HD 
    DTS 
    DTS-ES 
    DTS NEO:6
    DTS 96/24 
    DTS-HD Master Audio 
    DTS-HD High Resolution 
    DTS-Express 
    WMA 9 Pro 
    Neural-THX Surround  
    13 + 1 Surround-Betriebsarten

Kommentar: Hier bietet der VSX-LX51 eine vorbildliche Auswahl. Nicht nur Decoder für die neuen HD-Tonformate, sogar ein Decoder für Windows Media Audio ist mit an Bord, was bei per USB zugespielten Tonsignalen sehr wertvoll sein kann. Zudem verfügt der Pioneer über leistungsstarke DSP-Programme.

Audiomerkmale:

  • MCACC mit Standing Wave Control (Erkennung und Minimierung der "stehenden" Wellen im Hörraum) und mit Phase Control 
    (Phasenkontrolle und Kalibrierung) 
    Advanced Sound Retriever für die akustische Aufbereitung komprimierter Audiosignae (WMA oder MP3)

  • Auto Level Control 

  • Front Stage Surround Advance 

  • Virtual Surround Back 

  • THX Select 2 plus 

  • DNR (digitale Rauschunterdrückung) 

  • Betriebsart Midnight Listening (+)  

  • Stream Direct 

  • Auto Surround 

  • Bass-/Höhenregler 

  • Loudness 

  • Sound Delay ja 

  • Multiroom

  • Dialog-Hervorhebung

Leistungsfähigkeit der Endstufen: 

  • Max. Ausgangsleistung RMS 
    (1 kHz, 8 Ohm pro Kanal) 150 W 
    Bedingungen für den Messwert 20 Hz bis 20 kHz, 0,09 %, 6 Ω 
    Nennausgangsleistung 130 W + 130 W 
    Eingangsempfindlichkeit und -impedanz: LINE 335 mV / 47 kΩ 
    Frequenzgang: LINE 5 - 100.000 Hz , +0 / -3 dB 
    Signal/Rausch-Abstand: LINE 103 dB 

Kommentar: Als leistungsschwach haben sich Pioneers AV-Receiver nie erwiesen - daher sind auch diesmal nicht nur die Leistungsdaten auf dem Papier als verheißungsvoll einzustufen, auch die Leistungsfähigkeit später in den Hörtestreihen überzeugte uns. 

Konstruktionsmerkmale der Verstärkereinheit:

  • Diskrete Endstufen (alle Kanäle) ja (A.D. Energy Amplification) 
    Bi-Amp-Funktion vorne L & R 
    DSP (Digitaler Signalprozessor) Frei skalierbar 
    D/A-Wandler (Mehrkanal) WM8728 192 kHz/24-bit 
    A/D-Wandler (Stereo) 96 kHz/24-Bit

Merkmale des eingebauten Tuners:

  • Radio Data System (RDS) j
    speicherbare Stationen 30 
    Eingangsempfindlichkeit (Mono) 15,2 dBf, IHF (1.6 uV / 75 Ω) 
    Empfindlichkeit (DIN) Mono (1,3 µV / 75 Ohm) 1,1 uV 
    Empfindlichkeit (DIN) Stereo (1,3 µV / 75 Ohm) 50 uV 
    Signal/Rausch-Abstand Mono (DIN) 76 dB 
    Signal/Rausch-Abstand Stereo (DIN) 72 dB 
    Stereo-Kanaltrennung (1 kHz) 40 dB

Fazit: Pioneer liefert dem Kunden eine praxisgerecht und üppig ausstaffierte AV-Schaltzentrale mit leistungsstarken Endstufen und moderner Konstruktion - vorbildlich. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

OSD-Screenshots

Der VSX-LX51 verfügt noch über ein etwas altbacken wirkendes, aber sehr umfangreiches Menü

Lautsprechereinstelloptionen

Manuelle MCACC-Optionen

Sehr umfangreiche Einstelloptionen, verschiedene Speicherplätze

Nur versierte, erfahrene Anwender sollten sich im Advanced EQ Setup aufhalten

X-Curve

Eingangs-Setup

Bedienung

Sehr gut ablesbares und informatives Display

Großer und griffgünstiger Lautstärkedrehregler

Schlichte Menüs. Die teureren neuen Pioneer AV-Receiver haben ein völlig neu entwickeltes, hervorragendes Kuro GUI

Haptisch sehr gute Fernbedienung, das Navi-Kreuz funktioniert ausgezeichnet und ist griffgünstig untergebracht. Nur im unteren Bereich zu viele Tasten - und alle in Schwarz, was nahezu keinen Kontrast zum Gehäusematerial bietet

Klang

Der VSX-LX51 agiert sehr leistungsstark

Bezüglich des Antritts kann der VSX-LX51 bei der Musik- und Filmtonwiedergabe im Mehrkanalbetrieb begeistern - er begibt sich spontan ans Werk und ist so in der Lage, massive Effekte auch raumfüllend und mit Nachdruck wiederzugeben. Der Pioneer bietet im unteren und mittleren Bereich eine sehr gute Durchzeichnung und klare Konturen. Der Bass agiert ausgesprochen dynamisch und erscheint zudem sehr präzise. Der VSX-LX51 wirft nicht mit enormen Volumina bei der Bassdarstellung um sich - dafür sind die Konturen immer genau zu erkennen, ein flauer, weicher Bass, der gerade den anspruchsvollen Anwender stört, ist beim neuen Pioneer AV-Receiver nie herauszuhören. Zu diesen Eindrücken passt die überragende Pegelfestigkeit. In Zusammenarbeit mit dem Teufel Theater 5, dem Teufel System 9 und dem KEF 5.1-LS-Set (4 x XQ40, 1 x XQ50c, 1 x PSW-4000) zeigte der VSX-LX51 eine für seine Preisklasse erstaunliche Performance - vor allem der Bassbereich weichte selbst bei sehr hohem Pegel nie auf. Allerdings ist zu bemerken, dass der Pioneer auch eine sehr pegelfreundliche akustische Auslegung mitbringt: Er ist kein AV-Receiver, der einen extremen Tiefgang mitbringt. Somit wird sozusagen das letzte Bisschen an Tiefgang für eine optimale Pegelfestigkeit aufgeopfert. In der Praxis halten wir dies für eine in dieser Preisklasse gute Lösung, da der VSX-LX51 durch die Pegelfestigkeit sehr souverän erscheint und auch mit größeren Lautsprechersystemen ausgezeichnet zusammen arbeitet. Für die durchdachte Konstruktion des Pioneer spricht auch seine moderate Erwärmung, selbst nach mehrstündigen Testsessions begann das Gerät nicht, zu "glühen". Im Surroundbetrieb glänzt der VSX-LX51 mit einer sehr guten Präzision bei der Effektverteilung, die zudem sehr schnell vonstatten geht: Somit schafft es unser Testkandidat, auch bei schnellen Kanalwechseln und bidirektionalen Effektgebilden eine realistische Wiedergabe zu ermöglichen. Den Music Score bei Filmen bindet der VSX-LX51 fließend und gekonnt ein. Zu unseren Eindrücken passt die schnelle, knackige Ansteuerung des aktiven Subwoofers. 

Der Harman Kardon AVR-355 (999 EUR) hält den Pioneer allerdings bei der Wiedergabe von Stimmen auf Distanz, der HK bietet eine sehr natürliche, feinfühlige Stimmwiedergabe ohne hohlen Unterton. Wer genauer hinhört, entdeckt auch, dass sich Modellierungskönnen und die dynamischen Einarbeitungsfähigkeiten des VSX-LX51 auf die ersten akustischen Ebenen beschränk - hier agiert er wirklich bemerkenswertt. Dies beweist, dass AV-Receiver der 1.200 bis 1.300 EUR-Liga zwar inzwischen respektable, leistungsfähige Wiedergabemaschinen auch für den anspruchsvolleren Anwender geworden sind, was die Feinzeichnung akustischer Einzelheiten in weiter hinten liegenden klanglichen Ebenen angeht, tut sich aber doch noch ein Unterschied auf. Dies ist nicht dem VSX-LX51 anzulasten - vielmehr zeigt diese Problematik auf, dass für sehr anspruchsvolle Anwender das Geld in einem edlen, mehrere Tausend EUR teuren AV-Boliden wie dem Yamaha DSP-Z11 oder dem Denon AVC-A1HD doch gut angelegt ist. Diese großen Boliden zeigen auch die Vorzüge der neuen Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio am besten auf, wobei man feststellen kann, dass auch der VSX-LX51 hier einen Benefit vermittelt, allerdings verständlicherweise nur dann, wenn man ein hochwertiges Lautsprechersystem nutzt. Wir haben "Rish Hour 3" direkt in normalem DTS und in DTS-HD Master Audio miteinander verglichen, und konnten bei der DTS-HD Master Audio-Tonspur mehr Gesamtdynamik und eine feinere Klangverteilung im hochfrequenten Bereich fest stellen. Die normale DTS-Tonspur wirkte oben herum etwas verschlossener und stellte Dynamik-Gefälle nicht so eindrucksvoll dar. Auch der Auszug aus "Ghost in the Shell 2" auf der Dolby TrueHD Demo-Blu-ray erschien dynamisch, klar und mit mehr Glanz versehen. 

Nicht ganz begeistert der VSX-LX51 hinsichtlich der Stereowiedergabe, gerade für den Kaufpreis hätten wir etwas mehr erwartet: durch tonale Auslegung fehlt es ein wenig an Fundament/Substanz. Außerdem agiert der Pioneer etwas schwerfällig und hat Probleme, die Rhythmik der Musik voll zu erfassen. Ganz im Gegenteil begeistert die DSP-Sektion voll und ganz - bezüglich der Wirkungsweise der DSP-Programme entpuppt sich der VSX-LX51 als ernsthafte Konkurrenz für die DSP-Könner aus dem Hause Yamaha. Es wird bei jedem DSP-Programm eine dem Einsatzzweck entsprechende, erstaunlich echt erscheinende Klangkulisse mit glaubhafter Einarbeitung der Surroundkanäle offeriert. Es wird in keinem der Programme zu viel Hall hinzugefügt, alle Parameter erweisen sich als wohl dosiert und stimmig. Ebenfalls hervorragend: Die DSP Option „Front Stage Surround Advance“ (FSA) , die zwar mit vielen Phasenverschiebungen arbeitet und daher nicht audiophil klingt, aber dafür eine raumfüllende und trotzdem noch halbwegs natürliche Wiedergabe ermöglicht  Sehr gut für Anwender, die hierfür große Standlautsprecher haben und beim Rest vom System eher kleine Satellitenboxen einsetzen. Überragend eingearbeitet ist auch DTS Neo:6: die offene und klare Spielweise im Hochtonbereich geht mit der hohen Gesamtdynamik eine stimmige Verbindung ein. 

Die MCACC Raumeinmessung bewirkt eine klangliche Verbesserung - und keine Verschlechterung, wie es in der Vergangenheit bei sehr vielen AV-Receivern aller Preisklasse mit automatischer Einmessung der Fall war. Mit sehr vielen Funktionen und Justagemöglichkeiten. überfordert MCACC allerdings wenig versierte Nutzer. Diese sollten die automatische Einmessung durchführen lassen und anschließend am besten nichts mehr verändern - außer, es wurde z.B. (was vorkommt) der Center als "Large" erkannt (meist ist "Small" korrekt). Ansonsten sind die Ergebnisse von Einmessung und Raum-Equalizing tadellos: Die Tonalität wird recht gut an den Raum bzw. Lautsprecher angepasst, alles klingt recht homogen und frei von Verzerrungen. Die Feindynamik leidet geringfügig unter der automatisierten Einmessung, die sich besonders gut für eher günstige LS-Systeme eignet. Wer enorm hochwertige Boxen verwendet, fährt mit dem guten manuellen Setup besser. Nützlich ist der "Phase Control"-Parameter: Die Funktion arbeitet anständig und bewirkte mit dem Teufel System 9 eine hörbare Verbesserung im Mittenbereich, indem etwas mehr Volumen und Kontur eingebracht wird. 

Gesamtfazit: Der VSX-LX51 beeindruckt mit einer für seine Preisklasse beispielhaften Pegelfestigkeit, einem sehr präzisen Bassbereich, einer schnellen, gekonnten Darstellung von Effekten im Mehrkanaleinsatz und erstklassigen DSP-Programmen. Weniger überzeugen konnten die leicht hohl erscheinende Stimmwiedergabe und die etwas dünne, konturenlose Darstellung im Stereobetrieb. Insgesamt aber überwiegen die positiven Faktoren eindeutig - für seinen Kaufpreis macht der VSX-LX51 viel Spaß, stellt allerdings kein Sonderangebot dar. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Video

Der Video-EQ kann mittels des Gerätedisplays eingestellt werden

Das Durchschleifen mittels HDMI funktionierte bei verschiedenen Zuspielern problemlos. Es konnten keine negativen Einflüsse hinsichtlich der Signalqualität festgestellt werden. Die Videosektion ist das Aushängeschild des VSX-LX51: Ein exzellentes De-Interlacing und ein ausgezeichnetes Scaling von analogen Quellen stellen die hohe Kompetenz von Pioneer bezüglich der Videosignalverarbeitung heraus. Kennzeichen der De-Interlacing-/Scaling-Mimik (Ausgabesignalarten: 480/576p, 720p, 1.080i, 1.080p, manuell einstellbar, im Modus "Auto" kommuniziert der VSX-LX51 mit dem angeschlossenen Display und legt die optimale Einstellung getreu den Fähigkeiten des Displays fest) sind eine hohe Bewegungsstabilität und eine sehr gute Bildruhe, das Ganze gekoppelt mit enormer Bildschärfe, makelloser Detaillierung und einer überraschenden Genauigkeit beim Skalieren. Die Ausnahmestellung der Videosektion untermauern außerdem sehr viele Einstelloptionen (Brightness, Chroma, Contrast, Hue), die recht wirkungsvoll sind. Das Bild wird farblich nicht negativ beeinflusst - die Kolorierung erscheint natürlich, klar und facettenreich. Bilanzierend ist festzuhalten, dass der VSX-LX51 bezüglich der Video-Abteilung nahezu ein Optimum bietet. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend. 

Fazit

Elegant aussehend, sehr gut verarbeitet, reichhaltig ausgestattet, mit hoher Pegelfestigkeit und in Relation zur Preisklasse überragender Videosektion setzt sich der VSX-LX51 in Szene

Der VSX-LX51 bietet ein Paket an Vorzügen, wie man es in der Preisklasse bis 1.300 EUR nur selten finden dürfte: Die zahlreichen Sonnenseiten beginnen mit der edlen, eleganten und modernen Optik, gehen weiter mit der wahrhaft üppigen Ausstattung und der enormen Pegelfestigkeit und enden mit den ausgezeichneten DSP-Programmen und der überragenden Videosektion, die wir in dieser Qualität bislang nur von Geräten der 2.000 EUR-Preislage her kannten. Somit verdient sich der attraktive AV-Receiver eine große Empfehlung - die Liste der Nachteile ist kurz: Die Stereo-Performance begeistert nicht, die Stimmwiedergabe dürfte einen Hauch natürlicher sein und die altbackenen OSDs passen nicht zum High Tech-Anspruch des Hauses Pioneer. 

Exzellent ausgestatteter, enorm pegelfester AV-Receiver mit eleganter Optik und hervorragender Videosektion

AV-Receiver Obere Mittelklasse
Test 08. Oktober 2008
Preis-/Leistungsverhältnis

+ Enorme Pegelfestigkeit
+ Sehr dynamischer Surround-Klang
+ Tadellose Umsetzung der Dynamik-Vorzüge der neuen HD-Tonnormen
+ Sehr gute DSP-Programme
+ Exzellente Videosektion
+ Reichhaltige und sinnvolle Ausstattung
+ Edle Optik

- Stereo-Performance nur durchschnittlich
- Veraltete OSDs

Test: Carsten Rampacher, Lars Mette
Datum: 08.10.2008

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