XXL-TEST: AV-Verstärker Yamaha DSP-Z11

25.02.2008 (cr)

Anschlüsse

Große Anschlussvielfalt

Bananenstecker nehmen problemlos Kontakt mit den großen Anschlussterminals auf

11.2-Preout und Komponentenausgang für eine weitere AV-Zone

USB- und Netzwerkbuchse, 2 HDMI-Ausgänge, 4 HDMI-Eingänge

Umfangreiche Anschlussmöglichkeiten unter der Frontklappe. Sogar ein HDMI-Interface und eine USB-Schnittstelle sind vertreten

Anschlussübersicht Rückseite

  • 4 HDMI-Eingänge, 2 HDMI-Ausgänge

  • 4 koaxiale Digitaleingänge, 1 koaxialer Digitalausgang

  • 4 optische Digitaleingänge, 1 optischer Digitalausgang

  • 10 analoge Stereoeingänge, 5 analoge Stereoausgänge

  • 5.1-Eingang (kein 7.1!)

  • 11.2 Pre-Out (inklusive Presence Front/Back)

  • 3 x 2-Kanal Stereo-Analog Multi-Zone-Ausgang (Zone 2/3/4)

  • 1 dedizierter Phono-Eingang

  • 4 Komponenteneingänge, 2 Komponentenausgänge

  • 1 Komponentenausgang für Multiroom

  • 6 S-Video/FBAS-Eingänge, 4 S-Video/FBAS-Ausgänge

  • 1 x USB

  • 1 x Ethernet

  • 1 x Systemanschluss für iPod-Dock

  • 1 x RS232

  • 2 x Trigger Out

  • 2 x Remote in, 2 x Remote out

  • 2 Netzbuchsen (Eurostecker)

  • 1 x Kaltgeräte-Netzanschluss

Anschlussübersicht Vorderseite:

  • 1 HDMI-Eingang

  • 1 USB-Schnittstelle

  • 1 Stereo-Analog-Cincheingang

  • 1 optischer Digitaleingang

  • 1 S-Video/FBAS-Eingang

  • Kopfhörerausgang

  • Anschlussbuchse für YPAO-Mikrophon

Die Anschlussbestückung des DSP-Z11 ist angemessen. Sehr praktisch ist der zusätzliche HDMI-Eingang auf der Gerätefront. Auf der Geräterückseite stehen vier HDMI-Eingänge und zwei HDMI-Ausgänge zur Verfügung. Vier Komponenteneingänge und zwei Komponentenausgänge sowie ein zusätzlicher Komponentenausgang für Multiroom sind ebenfalls vorhanden. Genug koaxiale und optische Digitaleingänge bietet der DSP-Z11 ebenfalls. Ein vorderer und ein auf der Rückseite untergebrachter USB-Anschluss vervollständigen das Sortiment. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Bedienung

Sehr gutes Gerätedisplay

Vorbildlich: Unter der Frontklappe befindet sich eine komplette Navigationseinheit sowie ein HDMI- und ein USB-Anschluss

Unter der Frontblende sind alle wesentlichen Bedienelemente, die für einen Betrieb ohne Fernbedienung notwendig sind, gruppiert

Übersichtliche und zum großen Teil beleuchtete Hauptfernbedienung

Kompakte Zweitfernbedienung

Die Bedienung des DSP-Z11 geht trotz des immensen Funktionsumfangs recht einfach vonstatten. Als Nachteil muss angeführt werden, dass für viele weitergehende Betriebsoperationen ein Bildwiedergabegerät angeschlossen sein muss (z.B. Stationsübersicht Net Radio). Dies wird manchen Anwender stören. Elementare Justagen sind auch nur mittels des Gerätedisplays durchzuführen. Das Gerätedisplay selber ist zweizeilig ausgeführt und besticht durch die hervorragende Ablesbarkeit, da die Schrift so groß ist, dass sie auch aus größerer Distanz einwandfrei abgelesen werden kann. Die bernsteinfarbene Ausführung sorgt zudem für Augenfreundlichkeit. Lautstärkeregler und Eingangswahlregler liegen hervorragend in der Hand. Die Tasten und Bedienelemente unter der Klappe auf der Frontblende lassen sich ebenfalls ohne größere Schwierigkeiten handhaben. Natürlich benötigt man, auch als durchaus versierter Anwender, etwas Eingewöhnungszeit, um den großen Funktionsumfang, den der DSP-Z11 bietet, verwalten und richtig für die eigenen Bedürfnisse und Intentionen einsetzen zu können . dank des optisch sehr gelungenen, sehr informativen GUIs wird der Umgang mit dem DSP-Z11 aber effektiv erleichtert. Für die Basisfunktionen legt Yamaha eine zweite Fernbedienung im Scheckkartenformat bei. Die Hauptfernbedienung weiß im Praxisbetrieb größtenteils zu gefallen: Ein eingebauter Bewegungssensor stellt sicher, dass nahezu alle wichtigen Funktionstasten aufleuchten, sobald man sie in die Hand nimmt. Die blaue Beleuchtung wirkt elegant und sorgt für eine sehr gute Erkennungsmöglichkeit. Als nicht praxisgerecht empfinden wir, dass die Tasten für die DSP-Programme komplett unbeleuchtet sind. Pluspunkte bringt dann erneut der praktische Front AV-Eingang mit HDMI- und USB-Schnittstelle für den schnellen Anschluss portabler Geräte. Gesamtnote Bedienung: Ausgezeichnet.

Testequipment

Der DSP-Z11 konnte sich akustisch sehr gut in Szene setzen

Klang

Zunächst war für uns von großem Interesse, wie der DSP-Z11 ohne die klangliche Aufbereitung durch Yamahas legendäre DSPs oder das ebenfalls durch ein spezielles Post Processing gekennzeichnete THX-Programm klingt. Daher wählten wir dei "Straight"-Variante, in der keinerlei Klangbearbeitung stattfindet. Akustisch präsentiert sich der DSP-Z11 als ausgesprochen gelungene Weiterentwicklung des Yamaha DSP-Z9. Wie bereits bei der damaligen Generation, verfolgt auch das neue Yamaha Flaggschiff eine andere klangliche Auslegung als die kleineren "Geschwister", zu denen wir den Yamaha RX-V1800 und den Yamaha RX-V3800 rechnen. Beide Modelle bestechen durch ihr außergewöhnlich gelungenes Gesamtkonzept mit ausgesprochen kräftigem und gefälligem Sound. Der DSP-Z11 hingegen möchte sich in erster Linie als neutral ausgelegte Präzisionsmaschine verstanden wissen. Wie detailliert er kleine Effekte ans Tageslicht holt oder auch große, massive Effektsalven mit exzellenter Kontur und Nachvollziehbarkeit abbildet, ist erstklassig. Mit der messerscharfen Akzentuierung, die absolut gekonnt die Balance zwischen Harmonie und Aggressivität hält, macht der neue Yamaha ohne Übertreibung eine neue Liga bei den AV-Boliden der Ober-/Luxusklasse auf. Der DSP-Z11 gaukelt keine Harmonie vor, wo keine ist (Beispiel: HD DVD von "Crank", Eröffnungsszene Blu-ray "Aragon"), mischt aber auch in nachdrückliche Szenen kein übertriebenes Maß an Aggressivität. Dies sorgt dafür, dass man Actioner und Sci-Fi-Material auch mit enormer Lautstärke anhören kann. 

Dank sorgfältig selektierten Baugruppen bietet der DSP-Z11 eine enorme Pegelfestigkeit und eine herausragende klangliche Transparenz

Bereits bei normalen DD-Tonspuren sorgt er für noch mehr Authentizität als sie z.B. der lange bei uns als absolute Referenz gehandelte Onkyo TX-NR5000E. Obwohl schon sehr lange am Markt, hat sich der große Onkyo immer noch als höchst ausgewogene Alternative ohne wirkliche Schwächen an der Spitze halten können. Nachdrücklich aufspielend, aber gleichzeitig in sich sehr homogen sprach er einen breiten Interessentenkreis an. Der DSP-Z11 ist nicht ganz so auf maximale Verträglichkeit ausgelegt, sondern auf eine klare, facettenreiche Präsentation des Ist-Zustands auf der jeweiligen DVD. Er verschweigt nichts, dichtet nichts hinzu - eine praktisch ideale klangliche Ausgangsbasis, um mittels THX oder DSP-Programm den Klang in die gewünschte Richtung abzustimmen. Nichts wäre eigentlich verwerflicher als ein bereits kräftiges Sounding in der "Naked"-Version - d.h., schon ohne gewollt-klangbeeinflussende DSP-Bearbeitung gäbe es eine ins Kalte oder Warme tendierende akustische Grundlinie. Mit dieser Auslegung im Basislayout schwingt sich der DSP-Z11 in High End-Sphären auf - er bietet eine Akustik, wie wir sie ansonsten eher von puristischen, sehr sorgfältig abgestimmten Vor-/Endstufenkombinationen wie der Rotel Vor-/Endstufenkombination RSP-1098/RMB-1095 kennen. Allerdings weist der Yamaha ausgesprochen gelungene Grobdynamikwerte auf. Dies beweist er z.B. in "Star Wars - die Rückkehr der Jedi-Ritter" im erbitterten Gefecht um den Waldmond Endor. Explodierende Kampfmaschinen des Imperiums, zerberstende Baumstämme, Laserfeuer - all dies wird mit exzellenter dynamischer Ausprägung zum Zuhörer transportiert. In einem Punkt dann unterscheidet sich der DSP-Z11 auch deutlich vom DSP-Z9: Er bietet ein hörbar gestiegenes Leistungspotential. 

Bei sehr intensivem Betrieb (Crank und Star Wars Ep. VI in kinotauglicher Lautstärke direkt hintereinander angehört) erwärmt sich zwar auch der neue Top Yamaha AV-Verstärker kräftig, bleibt aber selbst dann, wenn man (was man in der Praxis lieber unterlassen sollte - als "Härtetest" führen wir eine solche Aufstellung aber durch) wenn ein Blu-ray- oder HD DVD-Spieler direkt auf dem großen Boliden steht, noch im moderaten Rahmen. Was man nie vergessen sollte: Im Inneren des Yamaha arbeiten analoge Endstufen (und nicht, wie im neuen Top Pioneer AV-Verstärker "Susano" digitale Endstufen), und wenn analoge Endstufen gefordert werden, geht auch ein beträchtlicher Teil der Energie in Form von Verlustwärme ab. Dies liegt nicht am DSP-Z11, sondern am Arbeitsprinzip. Bezüglich der vorhandenen Leistungsreserven blinkt beim DSP-Z11 auch in komplexen Sequenzen stets ein grünes Licht: Der Verstärker liefert einen derartigen Leistungsschub, dass man schon ein außergewöhnlich pegelfestes Lautsprechersystem verwenden sollte, um der Power Herr zu werden. Ansonsten ist die Materie rasch am Letzten bzw. das Ende der Fahnenstange ist schnell erreicht: Plötzlich auftretende Impulsspitzen (Beispiel: THX-Logo vor Star Wars Episode VI, die Glassplitter mit anschließendem Basseinsatz) bringt der DSP-Z11 mit derart brutalen Pegeln durch, dass bei schwächlicher dimensionierten Boxen schnell einige Bauteile  die weiße Fahne zücken - und zwar nicht wegen Clipping oder sonstiger akustische Fehler, die von der Verstärkereinheit angeliefert werden, sondern wegen sofortiger Kapitulation aufgrund von zu hoher eingeführter Leistung. Der DSP-Z11 bleibt derartig souverän bei hoher Lautstärke, dass man sich nur verblüfft die Augen reiben kann. Satte, massive Leistung ohne Störeinflüsse wird hier angeliefert, die Endstufeneinheit des Yamaha präsentiert sich als cooler, ausgeruhter Kraftlieferant, der jede Anforderung mit einer beruhigenden Souveränität meistert. 

In einem weiteren Schritt haben wir "voll aufgerüstet" und den DSP-Z11 bei "Crank" (DTS-HD Master Audio 5.1, DSP-Programm "Spectacle") und bei "Star Wars Episode VI" (Dolby Digital 5.1, DSP-Programm "Sci-Fi") in 11.1 Konfiguration mit allen vier zusätzlichen Yamaha-spezifischen Presence-Lautsprechern. Neu beim DSP-Z11 ist, dass nun vier anstatt wie früher zwei Presence-Lautsprecher zum Einsatz kommen. Wurden bei früheren Generationen zwei zusätzliche Boxen oberhalb der Frontlautsprecher installiert, kommen nun zwei weitere oberhalb der Surround-/Surround Back-Lautsprecher hinzu. Die Presence-Lautsprecher arbeiten in Verbindung mit den Cinema DSP-HD-Programmen und sollten idealerweise in mindestens 1,8 Meter Höhe angebracht werden. Wir wollten genau herausfinden, welchen Benifit diese Konfiguration für den täglichen Filmgenuss bietet. 

Vorab möchten wir klar zum Ausdruck bringen, dass wir diese Boxenkonfiguration nicht für "abgedrehten Unsinn" halten. Viele Hörer, die über sehr hochwertiges Equipment verfügen, tun solche zusätzlichen Möglichkeiten, die der DSP-Z11 bietet, schnell als überflüssige Spielerei ab mit dem Hintergrund, dass derartige Aufstellvarianten bei der Abmischung der jeweiligen DVD oder Blu-ray gar nicht berücksichtigt wären und somit nachträglich etwas hinzugefügt wird, was nicht in der ursprünglichen Intention der Toningenieure entspricht. Das mag alles korrekt sein - aber der DSP-Z11 oder Yamaha verbietet es ja keinem, in normalem 5.1, 6.1 oder 7.1 zu hören. Wie wir in den ersten Absätzen der Klangwertung festgestellt haben, bietet der neue Yamaha gerade für diejenigen, die eine neutrale Akustik wünschen, ein enormes Potential. Aber das flexible Gerät kann eben noch deutlich mehr - und dieses "Mehr" an Performance tritt dann ein, wenn man eine 11.1 Konfiguration einsetzt. Natürlich - wer sich den DSP-Z11 in ein normales Wohnzimmer stellt, wird sich diese Aufbauvariante in den seltensten Fällen gönnen. Im dedizierten Heimkinoraum allerdings könnte sich ein derartiges Setup durchaus lohnen, zumal man für die Presence-Lautsprecher nicht zwingend nochmals die identischen hochleistungsfähigen Boxen benötigt, die man für den Rest des Setups einsetzt. Wir z.B. haben als Hauptsystem das Teufel System 9 eingesetzt, und für den Presence-Bereich mit Bauteilen der Systeme 5 und 6 gearbeitet, was sich als sehr gelungene Lösung herausstellte, da alle direktabstrahlenden Boxen nach dem THX-Prinzip im Querformat aufgebaut waren. Somit war eine gewisse Gleichmäßigkeit garantiert. Kommen wir nun zu den Klangeindrücken des DSP-Z11 im 11.1-Betrieb. Größter Vorteil ist, wie es eigentlich auch zu erwarten war, die enorme Räumlichkeit. Der Zuhörer befindet sich mitten in einem weitläufigen Raum und wird selbst zum Bestandteil des Geschehens. Die Akustik hat eine sehr ausgeprägte Dreidimensionalität, und vor allem wächst der virtuelle Raum bezüglich der darstellbaren Höhe. Raumschiffe fliegen plötzlich wahrhaftig über dem Zuhörer  - und zwar so, dass man geneigt ist, zur Decke zu schauen, ob gleich eine imperiale Raumfähre auf dem Dach des eigenen Hauses landet. In Verbindung mit dem Sci-Fi-DSP wird bei "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" eine enorm große, enorm dichte Kulisse geboten - das ist "großes Kino" für zuhause. Wir möchten an dieser Stelle nicht verschweigen, dass es für denjenigen Zuhörer, der enormen Spaß am messerscharfer Präzision und sehr hoher Impulstreue hat, vielleicht nicht ideal ist, in dieser Betriebsart zu hören. Der deutliche Zugewinn an Räumlichkeit wird erkauft mit hörbaren Verlusten bezüglich der Grob- und Feindynamik und der Präzision bei der Darstellung aller akustischen Konturen. Es ist ein Spaß-Modus für diejenigen, die einfach abschalten möchten und sich mitten ins Geschehen begeben wollen. Dies erledigt der DSP-Z11 in 11.1 Konfiguration vortrefflich. Ein tiefes Eintauchen in einen virtuellen Raum wird somit Realität. 

Die Fähigkeiten des DSP-Z11 bezüglich der Musikwiedergabe sind von außerordentlicher Qualität. Dies hat unser Proband bei Dvoraks weltberühmter Symphonie "Aus der neuen Welt" eindrucksvoll bestätigt. Der sehr anspruchsvolle, konservative Musikhörer dürfte zunächst enorm angetan davon sein, was der große Yamaha Surround-Bolide auf einem Terrain leistet, auf dem viele seiner Vorfahren nahezu aller Anbieter kläglich versagten: Im Pure Direct Stereo-Betrieb. Hier ermöglicht der DSP-Z11 eine überragende Wiedergabe-Performance, die sich zunächst in einer sehr klaren Kontur hinsichtlich der Abbildung einer virtuellen Bühne zeigt. Der Yamaha baut ein glaubwürdiges, sehr präzise gestaffeltes Fundament auf, in dem jedes Instrument innerhalb des großen Orchesters genau platziert ist. Bei Solo-Einlagen wird eine außerordentlich vielschichtige, charismatische Darstellung aufgeboten, die das Können des jeweiligen Musikers und des verwendeten Instruments genau ausleuchtet. Das filigrane Herangehen des DSP-Z11 an hochtonspezifische Details haben wir in dieser Ausprägung bei bislang keinem AV-Boliden vernehmen dürfen. Weder ein Harman Kardon AVR-745 noch ein Onkyo TX-NR5000E können eine derartig feinnervige Transparenz aufbieten. Somit ist der DSP-Z11 gerade für die Wiedergabe von klassischem Material in Stereo sehr gut geeignet. Die gleichmäßige Betonung aller Frequenzbereiche beweist die akustische Neutralität. 

Wer eine mehrkanalige, sehr räumliche und trotzdem überraschend präzise Darstellung schätzt, kann sich mit der gut bestückten "klassischen Abteilung" der DSP-Sektion des Yamaha auseinander setzen. Das "Hall in Stuttgart"-DSP bietet bei der "Neuen Welt" ein sehr fundiertes Klangbild mit kräftigem Präsenzbereich, glaubhaftem Vorn-/Hinten-Verlauf und natürlichem Nachhallverhalten. "Hall Munich A" kann ebenfalls verwendet werden, das Klangbild wirkt aber etwas stumpfer und weniger intensiv. Die Brillanz im Hochtonbereich ist beim Stuttgart-DSP besser. Das "Hall in Frankfurt"-DSP ist mit etwas Vorsicht zu genießen. Der Klang ist zwar kraftvoll und dynamisch, wenn man aber lauter hört, erkennt man die im Vergleich zu den anderen DSPs recht komplexe akustische Atmosphäre, leicht kommt es zu klanglichen Überspitzungen durch komplizierte Nachhall-Gebilde, die schnell auch einen nicht perfekt optimierten Hörraum an seine Grenzen bringen. Mehrkanal-Puristen wählen die "Straight"-Wiedergabe (Multichannel-SACD) und freuen sich über eine untadelige Präzision und sanfte, stimmige Übergänge zwischen Hoch-, Mittel- und Tieftonbereich. Mit souveränem, kraftvollen Management aller Dynamiksprünge kann sich der DSP-Z11 glänzend in Szene setzen. 

Die aufwändige Technik zur Vermeidung von Jitter spiegelt sich in einem klaren, feinen Klang wieder

Bei Smetanas "Moldau" überzeugt der Yamaha ebenfalls. Sehr detailliert, lebendig und klar geht er im "Pure Direct"-Modus ans Werk und betont, das Weiche, Fließende, das den Beginn dieser Symphonie auszeichnet, sehr gekonnt. Der "Pure Direct Modus ist neu beim DSP-Z11 und wurde mit besonderer Sorgfalt entwickelt. Er eignet sich für alle Signalformate (Analog, Digital (PCM, Bitstream)) und wird mittels des VCXO Digital Clock Circuit stabilisiert. Er ist kompatibel mit HDMI Audio (im Video OFF-Modus). Der Anwender kann sich für Video ON oder OFF im Set-Menü entscheiden. 

Bei den verschiedenen DSP-Programmen ist "Hall Munich B" sehr empfehlenswert, weil eine feinsinnige, sehr gut ausbalanciert und glaubwürdige Wiedergabe erreicht wird, die selbst dem DSP-Feind aufgrund ihrer Güte zu denken geben dürfte. Man merkt gerade bei der "Moldau" erneut, wie weit die Yamaha DSPs der gesamten Konkurrenz voraus sind: Keine halllastigen, unpräzisen Freude-Hemmer, sondern sorgfältig aufgebaute, präzise berechnete Spaßbringer sind hier im Angebot. 

Bei Gloria Gaynors "Never can say Goodbye" profiliert sich der Yamaha im Stereobetrieb ebenfalls. Die hervorragende Trennung von Stimmen und Instrumenten und die sehr schöne Ausarbeitung des Präsenztonbereiches zeigen hier das hohe Potential auf. In Dolby Pro Logic IIx Music klingt das Stück ebenfalls rundherum gelungen - die homogene Klangverteilung ohne künstlich wirkende Aufweitungen sind hier hervorzuheben. Nicht ganz so gefällig wirkt im Vergleich DTS Neo:6, wobei wir hier von Nuancen reden. Die etwas knackigere Gesamtcharakteristik spricht dafür für Neo:6. 

Andere Intentionen verfolgt Yamaha mit dem Music Enhancer, der komprimierte Musik wie z.B. MP3- oder WMA-Dateien aufpolieren soll. Als Modi ist entweder eine "Straight"-Wiedergabe (d.h. keine Veränderungen bezüglich des Kanalschemas, da es sich in den meisten Fällen um 2-Kanal-Quellen handelt, werden diese auch 2-kanalig wiedergegeben) oder die 11-Kanal-Stereowiedergabe anwählbar. In der Praxis wirkt sich der Music Enhancer tatsächlich positiv aus. Komprimierte Quellen klingen lebendiger, klarer und detailreicher. Der Bass erscheint strukturierter, das Gesamtergebnis harmonischer und homogener. Für discotaugliche Lautstärken ist dabei die 11-Kanal-Stereowiedergabe erstaunlich gut geeignet - die satte Endstufenleistung macht sich auch hier sehr positiv bemerkbar. 

Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - perfekt. 

Videosektion

Der DSP-Z11 brilliert auch als Videoschaltzentrale

Um es kurz zu machen: Trotz fehlendem Video-EQ ist die eingebaute Video-Signalverarbeitungssektion des DSP-Z11 die beste, die wir bislang bei irgendeinem AV-Receiver oder -Verstärker gesehen haben. Als Beispiel diente uns "Star Wars Episode VI". Wir haben unseren Denon DVD-3930 mittels Komponente (576i) an den Yamaha angeschlossen. Der DSP-Z11 führte eine interne A/D-Signalwandlung durch, erledigte das Upscaling und De-Interlacing auf 1.080p. Das visuelle Ergebnis sprach für sich: Eine über alle Maßen stabiles Bild  mit exzellentem De-Interlacing und Upscaling (direkt in der Anfangssequenz, als imperiale Sternzerstörer durchs Bild fliegen, beeindruckt der Yamaha: Kein Zittern/Flimmern kleiner Objekte, keinerlei Bewegungsunschärfen). Während des gesamten Filmverlaufs festigt sich die anfänglich getätigte Aussage: Der Yamaha ist ein Videoprozessor vom Allerfeinsten. Die absolut neutrale, stets stimmige Farbwiedergabe und der der Perfektion nahe Kontrast sind weitere Garanten für den Erfolg des DSP-Z11 in dieser Wertung. Die Außenhaut von C3PO, die furchteinflößende Gestalt Darth Vaders, das bösartige, zerfurchte, von Falten zerfressene Gesicht des Imperators: Alle Bild-Einzelheiten werden mit ungeahnter Sorgfalt vom Yamaha aufbereitet. 

Auch schwierige Sequenzen - z.B. in Jabbas widerlicher Behausung - nimmt sich der DSP-Z11 mit großem Erfolg an: In der Dunkelheit werden Details ans Tageslicht geholt, die sonst einfach verschluckt werden. Jabbas skurille Musiker, die für eine angemessene Unterhaltung des wilden Haufens sorgen sollen, erscheinen facettenreich und sehr gut eingearbeitet. Auch komplexe Muster und Strukturen stehen absolut still - nichts flimmert, und es tauchen auch keine gefürchteten Moiréeffekte auf. Sehr schön sieht man das Können des Verstärkers auch an der mitgenommenen Außenhaut des "Millennium Falcon": Viele Furchen, Kratzer und andere Alterungszeichen werden präzise seziert und gekonnt dargebracht. Das Innere des Todessterns erscheint ungemein plastisch, so auch die Räumlichkeiten, in denen der Imperator sein Unwesen treibt. Gerade im Inneren des Todessterns fällt auch das ausgezeichnete Kontrastverhältnis auf. Die identischen Eindrücke sammeln wir auch bei der DVD von "Sahara": Sehr gut wird der feine Wüstensand abgebildet, und wenn sich Bewegungen ins Bild mischen, bleibt alles scharf und stabil. Sehr farbecht und kontrastreich vermittelt das Bild ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit. Ganz gleich, ob durch die Luft fliegender Helikopter oder Bootsjagd auf der Erde: Scharfe Konturen, eine niedrige Rauschneigung und praktisch kein sichtbares Flimmern verdichten sich zu einem intensiven, mitreißenden Filmerlebnis. Selbst feine Strukturen und Muster werden sehr gut akzentuiert eingearbeitet und zeigen weder Ausfransen noch Flimmereffekte. 

Das De-Interlacing und Upscaling von Filmmaterial ist nur die "halbe Miete". Genauso interessant und vor allem relevant für den Alltagsbetrieb ist es, wie der DSP-Z11 mit Videomaterial zurecht kommt. Wir können hier unser Testsample betreffend nichts Negatives ausmachen. Das Pendel auf der AVEC Professional Test-DVD wird sauber und ohne sichtbare Unschärfen oder Nachzieher wiedergegeben. Die Schrift bleibt ruhig, wenn das Pendel über sie hinweggeht. Den Grün-Magenta-farbenen Siemensstern gibt der Yamaha, der ein 576i-Signal analog zugeliefert bekommt und dies in ein digitales 1.080-Signal umwandelt, ebenfalls mit ruhiger, sicherer Bewegung und nur minimalem Ausfransen der Kanten wieder. Das mit einer Videokamera gefilmte Stadtbild der schwäbischen Stadt Esslingen wird ebenfalls mit tadelloser Bewegungswiedergabe versehen. Die Kameraschwenks erscheinen ruhig und gleichmäßig. Nur minimale Flimmer- und Moiréeffekte beweisen, dass selbst Yamaha nicht zaubern und ein Video-Bild perfekt wiedergeben kann. Das Wald-/Feld-Stillleben mit Bäumen und saftiger grüner Wiese (ebenfalls auf der AVEC Disc) wird mit ruhigen, flüssigen Bewegungsabläufen übertragen. Es kommt nur zu sehr geringen Schärfeverlusten während der Bewegung. Bilanzierend erzielt der DSP-Z11 hier sehr gute Resultate, die in keinster Weise hinter dem zurückstehen, was ausgezeichnete DVD-Player der Oberklasse leisten. Selbst visuell wenig überzeugende TV-Serien der 80er Jahre stellt der Yamaha überraschend akkurat dar: Ein Testlauf mit einer DVD-RW mit einer "Miami Vice"-Episode zeigt ein stabiles Bild, auch Details (Chromkühlergrill am Straßenkreuzer von Crocketts und Tubbs Kollegen) flimmern kaum. Die Kontrast- und Farbwerte sind sehr gut. 

Ohne jeglichen feststellbaren Qualitätsverlust führt der DSP-Z11 das Durchschleifen von 1.080p/24-Signalen von Blu-ray und HD DVD durch. Das kann bei einer Komponente dieser Preisklasse aber auch erwartet werden. 

Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - perfekt. 

Fazit

Der DSP-Z11 definiert einen neuen Standard bei den AV-Boliden

Der Yamaha DSP-Z11 präsentiert sich in unserem Testbetrieb als enorm flexible AV-Schaltzentrale mit herausragender Audio-/Video-Performance. Die sehr natürliche, lebendige und dynamische akustische Auslegung macht den großen AV-Verstärker im Normalbetrieb ohne DSP-Bearbeitung bereits hochinteressant. Mittels der sehr sorgfältig abgestimmten, effektiv arbeitenden DSP-Programme gelingt es dem DSP-Z11, aus vielen Arten von Quellmaterial noch ein klangliches Plus zu holen. Dieses spielt sich in subtilen, aber dennoch spürbaren Bereichen ab: Hier etwas mehr räumliche Weite, dort etwas mehr Nachdruck, hier eine geschickte Betonung von Hochton-Elementen zur Steigerung der Brillanz. Die Selektion für den Heimkino- und Musikbetrieb ist sehr umfangreich und deckt nahezu alle denkbaren Fälle ab. Die weit überdurchschnittlich leistungsstarken Endstufen des Yamaha-Boliden lassen sich weder im Normalbetrieb noch in sämtlichen DSP-Modi aus der Ruhe bringen. Sie liefern auf souveräne Art und Weise stets Kraft im Überfluss. Die exzellente akustische Leistungsfähigkeit setzt sich auch im Stereobetrieb nahtlos fort. Präzise und mit glaubhaftem Bühnenaufbau werden auch hier hohe Ansprüche erfüllt. Das gilt auch für das sehr genau und zuverlässig arbeitende Einmesssystem YPAO, das wirklich tadellose Arbeit leistet und auch ein gelungenes, stimmiges Equalizing on Top setzt. Nicht nur die Basis-Einstellwerte für Lautsprecher-Größe/Abstand/Pegel sind somit absolut passend, sondern sogar das Room EQ - was wir in dieser Ausprägung bisher noch nicht erleben durften. Nicht hinter den akustischen Resultaten verstecken müssen sich die Ergebnisse, die der DSP-Z11 als Video-Prozessor einfährt. Mit sensationeller 1.080p/HDMI-Aufbereitung eines eingehenden analogen Komponenten-576i-Signals setzt der Yamaha neue Maßstäbe: Extrem stabil, farbecht, scharf und rauscharm repräsentiert das Bild ganz klar State-of-the-Art-Niveau, wie man es ansonsten nur von dedizierten Videoprozessoren kennt. Sehr gut ist es insgesamt sogar um die Bedienbarkeit bestellt. Die Fernbedienung wirkt zwar nicht enorm hochwertig, ist aber in wesentlichen Zügen beleuchtet und gefällt mit durchdachten Details wie dem eingebauten Bewegungssensor. Dass die Tasten für die DSP-Programme nicht beleuchtet sind, ist allerdings ein kleiner Schönheitsfehler. Aufgeräumt und übersichtlich, dazu in attraktiver, moderner Optik zeigen sich die OSDs, die den großen Funktionsumfang des DSP-Z11 problemlos beherrschbar machen. Dass es sich beim DSP-Z11 um einen optisch schönen und hochsoliden AV-Verstärker handelt, darf auch nicht untergehen - überall massives Aluminium und ein sehr übersichtlicher innerer Aufbau mit kurzen Signalwegen spiegeln ebenfalls den enorm hohen Standard wieder, den der Yamaha AV-Bolide repräsentiert. Selbst der Preis von 5.500 EUR darf in Anbetracht von Leistungsfähigkeit und Ausstattung als sehr fair gelten. Somit bleibt insgesamt festzuhalten: Der DSP-Z11 legt die Meßlatte für AV-Verstärker der Ober- und Luxusklasse in alle Belangen höher und darf als neuer Maßstab gelten - einen so durchdacht konstruierten, exzellent klingenden AV-Verstärker mit brillanter Videosignalverarbeitung hatten wir bislang noch nicht im Testraum. 

Der DSP-Z11 ist der bislang beste getestete AV-Verstärker überhaupt und setzt mit überraschender Deutlichkeit neue Bestmarken

AV-Verstärker High End-/Luxusklasse
Test 25. Februar 2008
Preis-/Leistungsverhältnis

+ Enorme Pegelfestigkeit
+ Sehr neutraler, natürlicher Klang bei Hören ohne DSPs
+ Hervorragende Grob- und Feindynamik
+ Sehr reichhaltige Auswahl an effektiv arbeitenden DSP-Programmen
+ Umfangreiche LS-Konfigurationsmöglichkeiten bis 11.2
+ Multiroom-Support bis zu 4 Hörzonen
+ Erstklassige Fähigkeiten als Videoprozessor
+ Gelungenes Bedienkonzept
+ Sehr hochwertige Verarbeitung
+ Angemessener Kaufpreis

- Fernbedienung mit unbeleuchteten DSP-Tasten
- Kein Video-EQ

Text: Carsten Rampacher
25. Februar 2008

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