TEST: Onkyo BD-SP308 - Blu-ray Player mit hoher Bildgüte und Bedienkomfort?
03. Februar 2011 (phk)

Einführung
Zu Marktpreisen von rund 230 Euro ist der Blu-ray Player BD-SP308 von Onkyo
in den Farben Silber und Schwarz erhältlich. Das relativ preisgünstige
Wiedergabegerät bietet neben der BD-Wiedergabe und Bitstreaming der aktuellen
Tonformate 1080p-Upscaling von DVDs und Foto/Film/Musik-Wiedergabe von USB. Die
optische Erscheinung des Blu-ray Players erinnert stark an das Design der Onkyo
AV-Receiver und bietet sich so als idealer Partner zu bestehenden Komponenten
an. Ein ansprechendes Menü in deutscher Sprache soll den problemlosen Einstieg
ermöglichen. Wir haben die Performance im Alltag überprüft.
Verarbeitung

Ein/Aus-Schalter an der Vorderseite

Bedienelemente rechte Seite

Segment-Display neben der Disc-Lade

Materialübergang Frontblende - Gehäusemantel

Rückseite Gesamtansicht

Komplettansicht Innen

Detailansicht Innen

Flachbandverkabelung

Fernbedienung
Der Onkyo BD-SP308 bietet in seiner Preisklasse eine sehr solide
Verarbeitungsqualität. Die Bedienelemente auf der Vorderseite sind tadellos
eingepasst und verfügen über einen angenehmen, exakten Druckpunkt. Das
Segment-Display ist nicht sehr groß, bietet daher nur geringe
Anzeigemöglichkeiten für Informationen und ist aus größerer Entfernung nur
noch sehr bedingt ablesbar. Der Innenaufbau wirkt sehr aufgeräumt, die
Verbindungen sind mit Flachkabeln realisiert. Die Fernbedienung bietet alle
notwendigen Bedientasten, ist griffig und sorgt mit dem Navigationskreuz für
komfortables Handling. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet -
Hervorragend.
Anschlüsse

Ethernet-Slot und HDMI-Ausgang

Weitere Anschlüsse
- HDMI
- Komponenten-Video-Ausgang
- FBAS
- Stereo Cinch Analoger Audio-Ausgang
- Koaxialer Digitaler Audio-Ausgang
- Ethernet-Anschluss
- USB
Der Onkyo verfügt über eine praxisgerechte Anschlussbestückung, ein
zusätzlicher optischer Digitalausgang könnte sich aber als nützlich erweisen.
Der Ethernet-Anschluss dient lediglich der BD-Live Funktion. Gesamtnote in
Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Menüs, Setup und Konfiguration

Hauptmenü, Taste "Home" auf der FB

Setup -> Anzeige

Sprachauswahl

Audio-Einstellungen

Kindersicherung

Netzwerkeinstellungen für BD-Live

Sonstige Einstellungen
Die Menügestaltung des Onkyo BD-SP803 ist ansprechend und sinnvoll
gestaltet. Im Hauptmenü wird durch die Unterpunkte Film/Foto und Musik die
Medienwiedergabe von USB oder Disc angewählt oder die Konfiguration via dem
Punkt "Setup" vorgenommen. Auflösung, Seitenverhältnis,
Farbeinstellungen und 24p-Einstellungen können unter Anzeige vorgenommen,
"Audio" legt - wie der Name schon sagt - die Ausgangseinstellungen
für das Audiosignal fest. Selbst unerfahrene Anwender finden sich im Onkyo
Menü schnell zurecht, die sehr gute Übersetzung ohne feststehende englische
Begriffe trägt zur einfachen Bedienung bei. Gesamtnote in Relation zur
Preisklasse: Ausgezeichnet.
Einlesezeiten & Betriebsgeräusch

- Booten
- Fluch der Karibik Blu-ray: 18 Sekunden
- Casino Royale Blu-ray: 15 Sekunden
- Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull Blu-ray: 16 Sekunden
- Star Wars Episode III DVD: 12 Sekunden
- Sahara DVD: 10 Sekunden
DVD-Layerwechsel, Top Gun DVD, Kapitel 18 auf 19: Sehr gut. Ein kaum
merkbarer Übergang, nur ein kurzes Ruckeln ist beim Layerwechsel sichtbar.
Der Onkyo liest Blu-rays wie DVDs flott ein und bietet einen sehr soliden
DVD-Layerwechsel. Das Betriebsgeräusch hält sich dank dem passiven
Kühlkörper deutlich in Grenzen, nur das Laufwerk sorgt für eine geringe
Geräuschkulisse. Während dem Filmbetrieb stört das Laufwerksgeräusch nicht.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend.
Multimedia

Film-Wiedergabe

MP3- und WMA-Wiedergabe


"Display"-Taste während der Photo-Wiedergabe
Im Home-Menü findet sich neben dem "Setup" die Unterpunkte
"Spielfilm", "Foto" und "Musik". Von einem
USB-Medium lassen sich hier die verschiedenen Mediadateien wiedergeben. Sehr
flott wird unser USB-Medium erkannt und durchsucht, auch die Thumbnail-Ansicht
unter dem Punkt "Foto" wird schnell und ohne Verzögerungen geladen.
JPEG- und PNG-Dateien zeigt der Onkyo in guter Qualität am angeschlossenen
Display an. Wählt man die Taste "Display" auf der Fernbedienung kann
eine Diashow gestartet, Einstellungen wie Geschwindigkeit und Übergangseffekt
vorgenommen und eine Musik-Hinterlegung ausgewählt werden, zudem gibt es einen
Zoom und das Bild kann gedreht werden. Die Musikwiedergabe gestaltet sich
ähnlich einfach, der Onkyo zeigt aber immer die gesamte Ordnerstruktur auf dem
USB-Stick an, zu unserem "Musik"-Ordner müssen wir selbst navigieren.
MP3 und WMA-Dateien werden in diesem Bereich wiedergegeben. Bezüglich der
Videoformate gibt der Onkyo AVI, MPEG, MP4 und AVCHD-Dateien wieder, den
MKV-Container kennt der Player nicht. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Sehr gut.
Testequipment
Bild
Casino Royale BD, Kapitel 2, 1080p24Ruhig und stabil wirkt der Kameraschwenk
über die Kampfarena auf Madagaskar, geschwungene Linien und Kanten bleiben
zitter- und ruckelfrei. Die Plastizität, auch der Objekte im hinteren
Bildbereich ist ausgezeichnet, die Draufsicht auf die Zuschauerränge bietet
gute gestaffelte Tiefe. Die Bewegungswiedergabe ist tadellos, die vielen
anfeuernden Hände werden kompromisslos ruhig wiedergegeben. Dabei bleibt
Kanten- und Detailschärfe auf hohem Niveau, auch die Portraitaufnahmen von
Bonds Gehilfen und 007 selbst zeigt ausgezeichnete Strukturierung, feine
Barthaare können differenziert und Hautunreinheiten erkannt werden. Bezüglich
seiner Preisklasse bietet der Onkyo überdurschnittlich gute Kontrastwerte,
besonders in dunklen Bereichen fällt die Schwarz-/Graudifferenzierung enorm gut
aus. Der verkohlte Holzbalken wirkt exzellent durchzeichnet, es werden keine
feinen Details verschluckt. Die schnellen Bewegungen während der
Verfolgungsjagd gibt der BD-SP803 ohne Schärfeeinbußen oder sonstige negative
Einflüsse aus. Die Farbwiedergabe wirkt in der Standard-Einstellung etwas
kühl, das Preset "Movie" wirkt dem etwas entgegen.
Fluch der Karibik, Kapitel 1+2, 1080p24
Das pompöse Galeonsschiff erhebt sich plastisch aus dem Nebel, minimal
zittert die Kante an der Figur bei der Kamerfahrt hinauf zur jungen Ms. Swan.
Die blaue Jacke des Commodore Norrington wirkt etwas zu lebendig, Struktur und
Detaillierung der Kordel ist aber ausgezeichnet. Auch am Kleid ist die
Stoffstruktur sehr schön zu erkennen. Im folgenden Kapitel zeigt sich wieder
die ausgezeichnete Kontrastierung, die Felsformation bei den drei aufgeknüpften
Piraten wird selbst in den dunklen Regionen gut durchzeichnet und lässt nur im
linken Bereich etwas Detail vermissen. Sehr gut finden wir hier auch gebotene
Tiefe, die Skelette hängen klar vor der weit dahinter liegenden Klippe. Bei der
Einfahrt in Port Royale sehen wir keine grobschlächtigen Ruckler als Jack an
den Seeleuten vorbeigleitet. Auch der letzte horizontale Schwenk wird
geschliffen wiedergegeben, ein kurzes Zittern zeigt sich allerdings an der
Mauerlinie des Forts.
Star Wars Episode II, Upconversion von 576i auf 1080p, Filmmaterial
Die Laufschrift verläuft sauer nach hinten ab, hat aber ab der vorderen
Bildschirmebene mit Zittern der Buchstabenkanten zu kämpfen. Das Gelb wirkt ein
wenig zu kühl, bleicht aber nicht zur Mitte der Buchstaben hin aus. Die
diagonale Linie des Zerstörers steht nach kurzem Ruckeln still, minimal rauscht
der rote Mittelstreifen. Sehr gut gelingt dem Onkyo die Kontrastierung im
Schatten liegenden Bereich des Raumschiffes. Strukturen und Details werden auch
in den sehr dunklen Regionen des Bildes ausgearbeitet. Die Objektkanten der
kleinen Raumjäger bleiben größtenteils zitterfrei auch bei schnellen
Manövern. Beim Abknicken und der Draufsicht auf Coruscant wird eine sehr gute
Plastizität geboten, völlig ruhig steht das Bild aber bei mehreren vorhandenen
Objekten nicht. Rauschen hält sich in Grenzen und wirkt nicht übermäßig
ausgeprägt. Die Farben sind dynamisch, wirken aber insgesamt etwas kühl. Die
Bildschärfe, besonders in den Cockpit-Nahaufnahmen ist gut, klare Kanten und
gute Detaillierung verleihen dem Bild hier beinahe HD-Feeling, bei
weitläufigeren Einstellungen wird dies durch ein etwas unruhiges Bild leicht
getrübt.
AVEC Professional Test DVD, Upconversion von 576i auf 1080p, Videomaterial
- Schriften vor verschieden farbigem Hintergrund: Sehr ruhiges Laufverhalten
der Schriften, selbst in der schnellsten Gewschindigkeit ist kein Schmieren
oder Nachzieheffekte zu erkennen. Zittern der Buchstabenkanten und die
Ausprägung einiger Artefakte ist ersichtlich. Ausgezeichnet gelingt die
Farbtrennung, auch vor rotem Hintergrund.
- Schwingendes Pendel: Abgesehen von leichtem Nachziehen der
Pendelspitze bleiben auch die Konturen des Pendels stabil. Die Linie, über
die das Pendel gleitet, steht ruhig. Die farbigen Balken im Inneren lassen
sich lediglich in der untersten Ebene nicht mehr exakt differenzieren.
- Stadtbild Esslingen: Der Schwenk über Esslingen wird mit ruhigem
Bildlauf, sehr guter Bewegungsdarstellung und geringen Scaling-Artefakten an
den Hausdächern gezeigt. Selbst der Kontrast wirkt bezüglich des
SD-Signals sehr gut. Allerdings ist etwas Bildrauschen zu sehen.
Schärfe und Struktur wirkt sauber, die Farbgebung, besonders der Grünton,
ist etwas intensiv.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend.
Ton
Nichts negatives gibt es bezüglich der Tonwertung zu berichten. Ohne
Beanstandung leitet der Onkyo den Bitstream der HD-Tonformate an einen
AV-Receiver weiter und wirkt dynamisch, frisch und lebendig. Transparenter
Hochton, gute Sprachwiedergabe dank klarer Mitten und ein kräftiger, präziser
Tieftonbereich.
Konkurrenzvergleich
LG BX580: Der LG bietet für einen etwas
günstigeren Preis schon 3D-Wiedergabe, umfangreichere Netzwerkfunktionen
und integriertes WLAN. Die Menüs ähnen sich sehr stark, auch der LG bietet
guten Bedienkomfort. Das Laufwerk ist langsamer als das des Onkyo Players,
auch die Bedienelemente am Gerät wirken am Onkyo etwas hochwertiger.
Samsung BD-C6800: Auch der
Samsung bietet im identischen Preisgefüge bereits 3D-Wiedergabe und bietet
ähnliche 2D-Bildgüte. Netzwerk-Streaming und Zugriff auf Samsung
Internet-Inhalte bringt der BD-C6800 ebenfalls mit. Die Upconversion gelingt
dem Onkyo mit einem Tick höherer Bildstabilität. Zudem bietet der Onkyo
einen Video-EQ mit Presets. Die Menüs sind ähnlich ansprechend und bieten
beide durschaubare Gestaltung. Die Verarbeitung gefällt uns am Onkyo etwas
besser, der Gehäusemantel des Samsungs ist kratzempfindlich.
Fazit

Der Onkyo BD-SP803 überzeugt mit solider Verarbeitungsqualität und
ausgezeichneten Leistungen in der Wiedergabe von Blu-ray Medien. Das
DVD-Upscaling ist in dieser Preisklasse ebenso einen positive Kommentar wert, auch
wenn bezüglich des Rauschverhaltens ein wenig Luft nach oben
bleibt. Das Abspielen von Fotos, Musik und Videos vom USB-Medium erfolgt schnell
und komfortabel, auch die Formatvielfalt ist in Ordnung. Dennoch ist auch der
Multimedia-Bereich noch nicht völlig ausgereizt, in der Preisklasse um die 200
Euro kann man durchaus eine Streaming-Funktion erwarten. Sehr positiv fällt die
Gestaltung des Menüs aus, ansprechend und sehr gut übersetzt bereitet das
Grafische User-Interface auch Einsteigern keine Schwierigkeiten.
Komfortabel bedienbarer Blu-ray Player mit kontrastreichem
Bild und solider Verarbeitung
Blu-ray-Player Untere Mittelklasse
Test 03. Februar 2010
+ Kontrastreiches, dynamisches Blu-ray Bild
+ Keine Wartezeiten bei Wiedergabe von USB
+ Ansprechendes, durchschaubares Menü
- Keine DLNA-Funktion
- Kein optischer Digitalausgang
Test: Philipp Kind
03. Februar 2010
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