TEST: Creative 2.1 Lautsprechersystem Inspire S2 Wireless -
Bluetooth-Spaßbringer?
17.04.2012 (cr/sw)

Einführung
Für knapp 100 EUR offeriert Creative das Inspire S2
Wireless-Lautsprechersystem, wobei der Name etwas täuscht: Der kompakte aktive
Subwoofer wird schon mittels Kabel mit den beiden weißen, schicken kleinen
Satelliten verbunden. Aber nicht nur über den 3,5 mm Miniklinkeneingang,
sondern auch über Bluetooth können Notebooks und PCs oder auch Smartphones und
Mobiltelefone mit dem Inspire S2 verbunden werden, so kann Musik drahtlos über
Bluetooth wiedergegeben werden.
Technische Daten
- Satelliten: 2 x 7 Watt Sinusleistung
- Subwoofer: 1 x 19 Watt Sinusleistung
- Frequenzumfang: 40 Hz bis 20 kHz
- Rauschabstand: 75 dB
- Bluetooth-Version: Bluetooth 2.0 + EDR (Enhanced data Rate)
- Unterstützte Bluetooth-Profile: A2DP (drahtlose Stereosignalübertragung
per Bluetooth), AVRCP (Fernsteuerung per Bluetooth)
- Unterstützte Codecs: SBC, aptX
- Frequenz: 2,4 GHz
- Reichweite Bis zu 10 Meter (im Freien gemessen, Wände und Gebäudeteile
können die Reichweite negativ beeinflussen. In der Praxis sind aber selbst
im Gebäude 8 Meter Reichweite drin).
- Abmessungen (T x B X H): Lautsprecher 74, x 7,3 x 10,3 cm, Subwoofer 23,2
x 18 x 20 cm
- Im Lieferumfang enthalten: Bluetooth-Dongle für den Anschluss mittels USB
an Notebook oder PC (keine Software erforderlich - Plug&Play), externes
Netzteil, 3,5 mm Minklinkenkabel.
Verarbeitung, Technik, Funktionalität

Seitliche Bedienelemente und Anschlüsse: Laut- und
Leiser-Taste, Standbyschalter, 3,5 mm Kopfhöreranschluss, 3,5 mm AUX-In
- Kopplung mit dem PC/Notebook: Sehr einfach - das mitgelieferte
Bluetooth-Dongle in einen freien USB-Anschluss einschieben und schon kann es
los gehen. Die Status-LED am rechten Satelliten leuchtet blau anstatt grün
- es kann losgehen und Musik findet drahtlos den Weg vom Rechner zum Inspire
S2 Wireless
- Kopplung mit dem Smartphone: Hier schaltet man das Inspire S2 zunächst
aus. Beim Smartphone muss Bluetooth aktiviert und die Sichtbarkeit
sichergestellt werden, damit sich beide Geräte finden können. Im
Standby-Modus des Inspire S2 drückt man an der rechten Box die Lautstärke
"+" Taste 2 Sekunden lang. Dann beginnt die Status-LED blau zu
blinken und signalisiert somit, dass sie bereit fürs Pairing ist.
Fordert das Smartphone ein Passwort, einfach "0000" eingeben und
bestätigen - die Verbindung steht sofort.

Die ultrakompakten Satelliten sehen attraktiv aus und finden
Platz auf nahezu jedem Schreibtisch oder Sideboard

Schicke und zweckmäßige Form aus seitlicher Sicht

Gute Detailverarbeitung, gerundete Ecken, Stoffschutzgitter

Subwoofer: Bassreflex-Öffnung, Basspegel, Speakeranschlüsse

Mitgeliefertes Bluetooth-Dongle
Die Verarbeitung ist für ein Produkt dieser Preisklasse gut. Der Subwoofer
steht auf vier Füßen und kann auch in einer Ecke unter dem Schreibtisch
untergebracht werden. Er strahlt nach vorn ab, hinten auf der Gehäuserückseite
befindet sich eine Bassreflexöffnung, die erfreulicherweise relativ wenig
Strömungsgeräusche produziert. Die Ecken des Subwoofer-Gehäuses sind etwas
spitz, die matte Oberfläche ist relativ unempfindlich. Die Membran ist mit
Stoff überzogen, ein Kunststoff- oder Metallgitter würde uns besser gefallen.
Die sehr kompakten Satelliten sind - preisklassengemäß - mit einem
Breitbandchassis ausgestattet. Die Materialqualität ist gut, die leicht
gerundeten Ecken bergen kein Verletzungsrisiko. Der Breitbänder wird von einem
gut sitzenden Stoffüberzug geschützt. Es wird kein handelsübliches
Lautsprecherkabel zum Anschluss an den Subwoofer verwendet, sondern spezielles
Kabel, somit ist es nicht ohne Weiteres möglich, einfach längere Kabel
anzuschließen, zudem sind die Kabel fest in den Satelliten installiert und
nicht mit Steckanschlüssen versehen. Im Lieferumfang befindet sich auch ein
schlichtes, recht dünnes 3,5 mm Minklinkenkabel für den kabelbasierten Einsatz
zum direkten Anschluss an den Ausgang der Soundkarte oder vom MP3-Player.
Klang
Absolut überraschend - homogen und lebendig agiert das 2.1
System bei Michael Cretus "Samurai": das Saxophon kommt sehr gut
heraus, ebenso der Ryhthmus des Songs. Natürlich muss man im Hochtonbereich
schon etwas Abstriche machen, der Klang ist nicht besonders transparent. Gut ist
die Räumlichkeit, fürs Home Office im 15 bis 20 Quadratmeter-Raum reicht das
Gebotene bestens aus, auch hinsichtlich der Pegelfestigkeit. Grundrauschen ist
hörbar, hält sich aber im vertretbaren Rahmen. Die Bluetooth-Verbindung
erweist sich als ausgesprochen stabil, auch wenn man sich mit dem Smartphone 5
oder 6 Meter vom Inspire S2 Wireless entfernt, gab es nicht einen Abbruch - das
ist hervorragend. Stimmen präsentiert das kleine Soundsystem mit tadelloser
Verständlichkeit, es ist aber nicht zu leugnen, dass sie leicht belegt klingen.
Bei "Sounds Like A Melody" von Alphaville ist der Klang erneut
angenehm und räumlich. Wer sich das Inspire S2 Wireless auf dem Schreibtisch
aufstellt und in direkter Nähe am Bildschirm arbeitet, freut sich über einen
kräftigen Bass, der sich trotzdem nicht unschön in den Vordergrund schiebt
(Voraussetzung - der Bassregler auf der Rückseite ist nicht zu weit aufgedreht,
wir raten zu einer Position leicht unter Mittelstellung - dann ist die
akustische Harmonie am besten). Der Beat kommt mit guter Impulstreue zur
Geltung, der Bass "hinkt" nur minimal hinterher - die kleine Membran
ist recht schnell. Prodigys "No Good" liegt dem Inspire S2 Wireless
ebenfalls - der harte, abgehackte Bass kommt prima heraus. Man sollte bei diesem
Song aber auf jeden Fall darauf achten, dass der Bassregler beim Subwoofer etwas
unter Mittelstellung ist, sonst schlägt der kleine Bassist hörbar durch.
Hilfreich ist es gerade bei diesem massiveren Basseinsatz auch, wenn der kleine
Subwoofer frei steht und nicht in eine Ecke unter den Schreibtisch gequetscht
wird, in der er ständig Kontakt mit dem Schreibtisch oder anderen Utensilien
aufnimmt, die sich am gleichen Ort befinden. Dann kommt es zu deutlichen
akustischen Störungen. Die räumliche Wirkung ist auch bei diesem Song wieder
prima, die Stimme erscheint allerdings etwas diffus, während parallel der Bass
wütet. Erst, als der Bass aussetzt und nur Stimme und Melodie erklingen,
bessert sich die Klarheit deutlich. "Remember Me" von AIDA gefällt
gleich zu Beginn durch die tadellose Räumlichkeit und den guten Effektaufbau -
als dann der Bass einsetzt, erfreuen Dynamik und Nachdruck: Wer gern in er
Frühstückspause am Arbeitsplatz kurz in die Welt von Großhallen-Disco mit
flirrendem Laser und hohem Abtanz-Faktor eintauchen möchte, liegt mit dem
Inspire S2 Wireless genau richtig. Der Bass hat sogar nachvollziehbaren Punch -
wir sind wahrhaftig erstaunt, das hätten wir nicht gedacht. Auch der
Rave-Klassiker "Go Ahead" von Marusha macht Laune. Der Anfang wird
noch etwas unspektakulär und lustlos wiedergegeben, aber dann - mit dem
Bass-Einsatz legt sich das Soundsystem richtig "ins Zeug" und bringt
die Härte des Kickbasses im Ansatz sogar zum Ausdruck.

Basspegel - ideal ist eine Stellung etwas unterhalb der
Mittelposition
Eine komplett andere Welt erwartet den Hörer bei Andrea
Bocellis "L'Attesa" - die Stimme wird vom Inspire S2 mit guter
Verständlichkeit zum Ausdruck gebracht. Der Klang ist homogen und angenehm, die
Trennung von Instrumenten sowie Stimmen kann überzeugen. Auch bei diesem
emotionalen Stück gefällt die gute Räumlichkeit und das gekonnte
Zusammenspiel zwischen Subwoofer und Satelliten. Den Auftakt zu Antonio Vivaldis
"Vier Jahreszeiten" macht - wie passend - der Frühling: Schwungvoll
und lebensbejahend ertönt das erste Allegro und sorgt für Freude beim Hörer -
ja, Sie haben richtig gelesen: Mit Harmonie und prima Dynamik reicht das, was
das Creative 2.1 System bietet, für die "Portion Klassik
zwischendurch". Sicher, große Detaillierungsarbeit kann man nicht
erwarten, aber der angenehme Klang macht durchaus Freude. Somit kann man dem
kleinen 2.1 System durchaus eine hohe Flexibilität bescheinigen, blamiert hat
es sich bei keiner Musikrichtung.
Fazit

Das kompakte 2.1 System ist schnell aufgebaut und
betriebsbereit. Für 100 EUR Kaufpreis ist die Verarbeitung gut. Die sehr
stabile, auch über längere Distanzen nie Störungen produzierende
Bluetooth-Verbindung hat uns überzeugt. Auch klanglich ist das Inspire S2
Wireless eine gute Investition. Sicher, man darf weder enorme Detaillierung noch
eine hohe Transparenz erwarten, aber für gefälligen und erstaunlich
räumlichen Klang im Büro reicht das, was das Creative-System an akustischer
Performance offeriert, absolut aus. Der kleine Subwoofer produziert einen
kräftigen, aber nie störenden Bass und arbeitet prima mit den schicken, sehr
kompakten Satelliten zusammen.
Preislich faires PC 2.1-Lautsprechersystem mit hohem
praktischen Nutzwert
PC 2.1-Lautsprechersystem Mittelklasse
Test 18. April 2012
+ Gute Räumlichkeit
+ Angenehmer Klang
+ Kräftiger Bass
+ Wenig Grundrauschen
+ Sehr stabile Bluetooth-Übertragung
+ Fairer Kaufpreis
- Systemkabel fest an den Satelliten befestigt
- Scharfe Ecken am Subwoofer-Gehäuse
Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 17.04.2012
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