XXL-TEST: Panasonic DMR-BST820 - Set Top Box, Festplatten/BD-Recorder
und 3D Blu-ray Player in einem Gerät
05. Juni 2012 (cr/phk/sw)



Einführung
Für 799 EUR UVP kann man sich ab Juni Panasonics Universaltalent, den
Blu-ray/Festplattenrecorder mit Twin HD DVB-S Tuner DMR-BST820 ins Haus
holen. Das Gerät gibt natürlich auch 3D Blu-rays kompromisslos wieder,
nimmt TV-Sendungen in 3D auf und wandelt 2D-Inhalte in 3D. Die Wandlung kann nun
auch nicht nur für Blu-ray/DVD-Filme und das TV-Programm, sondern sogar für
VIERAConnect-Inhalte angewendet werden. Im DMR-BST820 steckt der Uniphier Pro²
Chip, der ebenfalls in den Blu-ray Playern zum Einsatz kommt und uns bereits im
Testbetrieb mit toller Performance überzeugen konnte. Für TV-Aufnahme und
Timeshift steht im DMR-BST820 eine 1.0 TB Festplatte zum Einsatz, die aktuelle
Generation kann aber auch direkt auf Blu-ray und DVD aufzeichnen. Eine
gleichzeitige Aufnahme von zwei individuellen Programminhalten ist möglich,
parallel kann man sogar noch einen Film von Blu-ray genießen. Auch die CI Plus
Schächte sind im Pärchen vorhanden, so kann HD+ und Sky simultan genutzt
werden.
Flexibilität und Freiheit gibt es mit der für iOS und Android erhältlichen
"DIGA Player App". Sind Tablets bzw. Smartphones und der DMR-BST820
mit dem Netzwerk verbunden, kann man das laufende TV-Programm oder bereits
aufgenommen Inhalte - sowohl von der internen HDD als auch vom extern
angeschlossenen USB-Medium - auf das Smartphone/Tablet streamen und einfache
"mitnehmen". Während des Streaming-Vorgangs läuft das TV-Bild
konventionell weiter, die Inhaltsliste wird nur auf dem Smartphone/Tablet
angezeigt. Vorspulen, Pause und Lautstärke steuert man ebenfalls bequem mit dem
iOS/Android-Gerät. Der DMR-BST820 hat ein WLAN-Modul an Bord und kann als
DLNA-Client sowie Server genutzt werden. HbbTV wird unterstützt und natürlich
kann auch auf die VIERAConnect Onlinedienste zugegriffen werden. Als EPG kommt
nun der Guide von ROVI zum Einsatz, der neben dem TV-Programm noch viele
Zusatzinformationen bietet.
Verarbeitung

Geräte-Front

Offene Frontblende

Segment-Display

Power-Button

Füße

Gute Materialübergänge

Integriertes Blu-ray Laufwerk

1 TB Festplatte

Sauberer Aufbau

Innenleben Gesamt

Fernbedienung
Abgesehen von der Leiste im Chrom-Look im unteren Bereich der schwarzen
Frontblende stimmt der neue DMR-BST820 mit den Geräten der letztjährigen
Generation überein und offeriert ein schlichtes, elegant seriöses Auftreten.
Der Gehäusemantel besteht aus mattschwarzem Aluminium und ist solide
verschraubt. Auf der Oberseite ist die Oberfläche mit einer strukturierten
Folie versehen, ähnlich dem DMP-BDT320.
Der Materialübergang zur Frontblende aus Kunststoff erscheint nahtlos und
sauber. Die Blende lässt sich ganz herunterklappen, um SD-Karten, USB-Medien
und die CI-Karten problemlos einzulegen. Die Scharniere sind aus Kunststoff,
wirken aber recht stabil. Das mittige Segmentdisplay lässt sich auch bei hohem
externen Lichteinfall noch ganz gut ablesen. Die Blende scheint uns insgesamt
auch ein wenig akkurater verarbeitet als im letzten Jahr, Passungen sind sauber
und Spaltmaße gering. Das Innenleben des Panasonic-Gerätes wirkt aufgeräumt,
übersichtlich und mit kurzen Signalwegen, als Festplatte ist eine Hitachi 1 TB
HDD verbaut. Die Anschlüsse sind ordentlich eingepasst und sitzen fest, der
optische digitale Audio-Ausgang steht ein wenig über und der rückseitige
USB-Slot steht minimal schräg. Grund zu Kritik ist das aber nur geringfügig.
An der Fernbedienung wurde gegenüber dem letzten Jahr nur einige wenige Tasten
umpositioniert und eine "Last View"-Taste zum schnellen Wechsel
zwischen zwei Programmen wurde integriert. Eine intuitive Bedienung bleibt garantiert, auch der Tastendruckpunkt
ist gut. Beleuchtet ist die FB nicht.
Anschlüsse

Anschlüsse Rückseite

Front
-
HDMI-Ausgang
-
FBAS + Stereo Cinch Ausgang
-
2x Scart (In/Out)
-
Digitaler optischer Audio-Ausgang
-
Digitaler koaxialer Audio-Ausgang
-
2x LNB-Eingang
-
USB
-
Ethernet-Anschluss
Front:
Eine umfangreiche Anschlussbestückung findet der Anwender des
DMR-BST820 vor. Abgesehen vom Idealfall, der Anschluss via HDMI, stehen FBAS-
und Scart-Eingänge zur Verfügung. Zudem digitale Audioausgänge in optischer
und koaxialer Ausführung. Der Panasonic kann per Ethernet-Slot kabelgebunden
ins Heimnetzwerk integriert werden. Im Gerät steckt allerdings auch ein
WLAN-Modul, es muss also kein optionaler Adapter erworben und angeschlossen
werden. Front- und Rückseitig ist ein USB-Anschluss für
NTFS/FAT-Massenspeicher untergebracht, vorne zusätzlich ein SD-Kartenslot.
Ebenfalls an der Vorderseite befinden sich zwei CI Plus-Schächte, so dass bspw.
sowohl Sky als auch HD+ mit dem DMR-BST820 empfangen werden kann.
Menü & Setup

Start des Installations-Assistenten

Verbindungsoptionen und Hilfestellung

Es kann nach freien bzw. verschlüsselten Sendern gesucht
werden

Energiesparmodus aktivieren/deaktivieren

Menü

Netzwerk

Weitere Funktionen - Einstellungen

Audio-Settings

Anzeige-Einstellungen

Anschluss-Einstellungen

HDMI-Ausgabe

Netzwerkeinstellungen

Sonstige
Beim ersten Start öffnet sich obligatorisch der
Installationsassistent. Hier wird Land/Sprache festgelegt und bereits ein
automatischer Sendersuchlauf durchgeführt. Es können alle Sender inklusive Pay
TV oder lediglich die frei verfügbaren gesucht werden. In einem letzten Schritt
kann noch der Energiesparmodus aktiviert werden. Sehr sinnvoll finden wir die
Möglichkeit, die Funktionen zeitlich begrenzt einsetzen zu können.
Das Hauptmenü wird durch die "Function Menu"-Taste
auf der Fernbedienung aufgerufen. Wer mit der letzten Generation von Panasonics
Recordern vertraut ist, wird die grafische Benutzeroberfläche schnell
wiedererkennen und sich problemlos zurechtfinden. Neu ist, dass nun das laufende
TV-Programm in einem kleinen Fenster, rechts der Menüpunkte, weiterläuft. Auch
für neue Panasonic-User stellt das OSD des DMR-BST820 aber kaum Probleme dar.
Funktionen wie Timer setzen, EPG, Inhalte kopieren, Senderliste und
Multimedia-Features können direkt hier aufgerufen werden, diese Features
können aber auch teilweise direkt mit dedizierten Tasten auf der Fernbedienung
genutzt werden. Mit OK öffnet sich bspw. die Senderliste, mit der Guide-Taste
das EPG. Im rovi Guide lassen sich auch am bequemsten Timer-Aufnahmen starten,
die auch dort direkt mit erneutem Druck der roten Taste direkt bearbeitet werden
können.
Die eigentlichen Konfigurationseinstellungen öffnet man unter
dem Punkt "Weitere Funktionen". Das Menü startet mit der
DVB-Sendertabelle, hier können Favoriten erstellt und bearbeitet, erneute
Sendersuchläufe durchgeführt und weitere Grundeinstellungen vorgenommen
werden. Unter HDD/Disc/USB HDD sind Wiedergabeoptionen bei Blu-ray zu
konfigurieren, Aufnahme-Einstellungen vorzunehmen und das Festplatten-Management
aufzurufen. Unter Video gibt es nur rudimentäre Einstellungen, die eigentliche
Videoausgabe-Konfiguration wie Bildformat, HDMI-Auflösung/Audioausgabe und
24p-Funktion wird unter "Anschluss" vorgenommen. Unter Audio werden
verschiedene Ausgabeoptionen festgelegt, unter anderem ob Bitstream oder PCM
ausgegeben wird. Hier befindet sich auch die Möglichkeit, BD-Video Zweitton auf
"Aus" zu setzen. Das ist essentiell, will man die hochauflösenden
Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD Master an einen AVR weiterleiten. Ist die
Funktion eingeschalten, werden die HD-Tonformate in DD bzw. DTS ausgegeben. Im
Anzeige-Menü kann die OSD-Sprache, Helligkeitsanzeige, usw. eingestellt sowie
die Blaue LED an der Front ausgeschalten werden. Die letzten beiden Punkte
befassen sich mit den Netzwerkeinstellungen sowie Datum/Zeit, Firmwareupdate und
Werkszustand.
Ladezeiten und Betriebsgeräusch

Einlesezeiten und Bootvorgang
DVD Layerwechsel, Top Gun, Kapitel 18 auf 19: Gut, aber immer
noch bemerkbar. Für den Bruchteil einer Sekunde bleibt Bild und Ton stehen
Der DMR-BST820 bietet beim Einlesen von Blu-ray und DVD recht solide
Durchschnittswerte, die in etwa mit den Geräten der letzten Generation
übereinstimmen. Mittlerweile werden von Blu-ray Playern, auch aus eigenem
Hause, Discs schon deutlich schneller eingelesen und abgespielt. Das Einlesen
einer leicht verschmutzten Blu-ray hat der Panasonic verweigert. Der
Layerwechsel weist auch immer noch ein wenig Verbesserungspotenzial auf. Der
Lüfter läuft ruhig ohne störende Schleifgeräusche, auch das Laufwerk punktet
mit geringer Geräuschentwicklung.
Multimedia-Features

Netzwerk Quick-Setup

Verbindung mit Kabel
- Netzwerkeinstellungen: Unter "Weitere Funktionen" und
"Netzwerk" werden die Netzwerkeinstellungen vorgenommen. Bei
Einbindung via Kabel und aktiviertem DHCP-Server (automatischer
IP-Adressvergabe) erfolgt die Verbindung vollautomatisch und komfortabel.
Innerhalb weniger Sekunden wird ein Verbindungstest durchgeführt und die
Verbindung steht. Natürlich kann auch eine manuelle Adressvergabe inklusive
DNS, Gateway, etc. erfolgen. Der DMR-BST820 kann auch problemlos per WLAN
eingebunden werden. Mithilfe der WPS-Taste war der DMR-BST820 binnen etwa
einer Minute inkl. Verbindungstest abgeschlossen. Auch eine manuelle
Key-Eingabe ist natürlich möglich. Der DMR-BST820 unterstützt 802.11 b/g
und n WLAN-Netzwerke.

VIERAConnect

Zweite Seite

Dritte Seite

Weitere Inhalte im VIERA Market

Unterteilt in verschiedene Kategorien
- Panasonic Internet-Angebote: Mit dem DMR-BST820 greift man auf das
VIERAConnect Internetportal zu. Identisch zu den TV-Geräten und Blu-ray
Playern wird hier eine Vielzahl an Inhaltsangeboten offeriert. Mediatheken,
Newsportale, Video-On-Demand-Dienste, Spiele, Internetradio und vieles mehr
steht zur Verfügung. Zusätzlich zu den bereits vorinstallierten Diensten
ist auf der Nutzeroberfläche Platz für weitere reserviert. Im VIERAMarket
lassen sich diese Dienste dann herunterladen und hinzufügen.
Skype-Videotelefonie ist natürlich ebenfalls möglich, benötigt wird
dafür aber optionales Zubehör (TY-CC20 Kommunikationskamera)
- USB: Der DMR-BST820 nimmt front- wie rückseitig USB-Medien entgegen und
erkennt sowohl FAT32- als auch NTFS-formatierte Datenträger. Beim Anschluss
öffnet sich flink ein Auswahl-Menü für Video/Foto/Musik-Modus, Musik und
Bilder können auch direkt auf die interne HDD des Panasonic Gerätes
kopiert werden. Wählt man eine Kategorie zur Wiedergabe wird die gesamte
Ordnerstruktur auf dem USB-Medium angezeigt und man muss zur gewünschten
Datei navigieren. Unter Videos werden AVCHD, DivX, MP4, MKV und
MPEG2-Dateien wiedergegeben. Bei Bildern lediglich JPEGs und bei Musik
MP3-Dateien. Der Kopiervorgang erfolgt, natürlich je nach Dateigröße,
recht flink. Dank der DLNA-Serverfunktion können dann weitere DLNA-Clients
auf die Dateien zugreifen. Voraussetzung ist die Aktivierung von
"Heimnetzwerkfunktion".
- SD-Karte: Die SD-Karte wird ebenso automatisch wie ein angeschlossenes
USB-Medium erkannt, hier beschränkt sich die Wiedergabe allerdings auf
AVCHD-Videos und Bilddateien, diese können ebenfalls von SD-Karte auf die
integrierte Festplatte kopiert werden.

DLNA-Serverwahl

Die Heimnetzwerkfunktion muss aktiviert sein
- DLNA-Funktion: Um die DLNA-Funktion zu nutzen, muss zwingend die
Heimnetzwerkfunktion aktiviert sein. Unter "Function Menu" und
Netzwerk wählt man Heimnetzwerk (DLNA-Client) und eine Auswahl der im
Netzwerk befindlichen Server wird angezeigt. Bei Musik werden FLAC- und
MP3-Dateien abgespielt, bei Fotos JPEG. Unter Videos werden MPEG2, HDTV
TS-Aufnahmen und MP4-Dateien. Um die DLNA Server-Funktion zu nutzen, müssen
keine weiteren Einstellungen vorgenommen werden. Der DMR-BST820 wird von
Geräten in der Redaktion ach prompt erkannt. Wer den automatischen Zugriff
verhindern möchte stellt unter Heimnetzwerkeinstellungen die Anmeldeart
für externe Geräte auf "Manuell".
Diga Player App
Sowohl für iOS- als auch Android-Geräte bietet Panasonic die "Diga
Player App" an. Die App kann kostenlos im App Store bzw. im Google Play
Store heruntergeladen werden. Mit der Diga Player App kann das Live TV-Programm
oder auch aufgenommene Inhalte auf der HDD des DMR-BST820 direkt gestreamed
werden. Außerdem werden TV-Infos des aktuell laufenden Programms angezeigt und
die App kann als Fernbedienung verwendet werden. Skip, Stop und Pause bei
aufgenommenen Inhalten können ebenfalls direkt in der App gesteuert werden.
Android
 
Rekorder-Auswahl und Senderliste mit Programminfo
 
Optionen und Einstellungen
 
Anzeige und Wiedergabe von HDD

Wiedergabe auf dem Smartphone

Senderliste bei der Wiedergabe
Nach der Installation und dem Start der App wird das Netzwerk nach dem
DMR-BST820 durchsucht und in unserem Fall auch sofort erkannt. Essentiell ist
auch hier wieder, dass die Heimnetzwerkfunktion - die auch für den DLNA Klient-
und Serverbetrieb notwendig ist - aktiviert sein muss.
Nach der Rekorder-Auswahl wird eine Programmliste angezeigt, in der auch das
aktuelle TV-Programm angezeigt wird. Auch Favoritenlisten werden unterstützt,
links oben kann "Sender 1-100" bzw. "Favoriten 1-7"
ausgewählt werden. Tippt man auf einen Sender, wird das TV-Programm nach kurzer
Verzögerung auf dem Handy-Display angezeigt. Will man aufgenommene bzw. auf der
Festplatte gespeicherte Inhalte auf das Gerät streamen, wird der zweite Punkt
in der oberen Leiste angewählt. Es kann außerdem ein via USB angeschlossenes
Medium angewählt werden und darauf befindliche Inhalte ebenfalls aufs
Smartphone/Tablet gestreamed werden. Am Tablet wird die Übersichtlichkeit der
App natürlich noch gesteigert. Möchte man die Diga Player App als Remote
verwenden, muss in den Optionen unter Anzeige "TV" ausgewählt werden.
Die App reagiert flink und reaktionsschnell und präsentierte sich während des
Testbetriebes auch betriebssicher. Einziger Wermutstropfen: Es kann lediglich
ein Android- bzw. iOS-Gerät gleichzeitig genutzt werden.
iPad App

iPad & iPhone-App im Store

Rekorderliste

Noch mehr Übersicht am Tablet

Nach Anfangsbuchstaben sortiert

Wiedergabe von HDD oder angeschlossenen USB-Medien

Wiedergabe arteHD

Senderliste während der Wiedergabe
Testequipment
Bildqualität
Blu-ray 3D, Avatar, ab Filmbeginn:
Gleich zu Beginn findet eine virtuelle Kamerafahrt über dem Dschungel von Pandora statt. Die 3D Signalausgabe gelingt dem Panasonic gewohnt stabil, es finden sich nur geringfügige Schärfeverluste bei Bewegungen im Allgemeinen. Als dann in der nächsten Sequenz Jake Sully an Bord des Langstreckenraumschiffs aus dem Cyroschlaf erwacht, zeigt sich eine fein detaillierte Durchzeichnung aller 3D-Bildebenen, auch hochfrequente Einzelheiten arbeitet der Panasonic exakt und stimmig heraus. Der gebotene Räumlichkeitseindruck ist hervorragend, auch dank der ausgeprägten Objektplastizität. Als das Langstreckenraumschiff am Zuschauer vorbeifliegt, punktet der DMR-BST820 mit ruhiger Darstellung der Flugbewegung, auch während des Bewegungsprozesses werden eine Vielzahl an Einzelheiten gezeigt. Kurz darauf fährt direkt vor Jake ein gigantischer Muldenkipper – mittlerweile sind wir auf Pandora – vorbei, in dessen Reifen die Pfeile, die wütende Eingeborene abgeschossen haben, stecken. Sie sind klar und plastisch zu erkennen, ebenso kann der Betrachter die unterschiedlichen Bildebenen gut auseinander differenzieren. Im 7. Kapitel fliegt das helikopterähnliche Fluggerät über die Wasserfälle. Hier holt der Panasonic auch feinste Details aus dem Quellmaterial. Das Panorama, als viele Mammutbäume sichtbar sind, überträgt der BD-Recorder mit viel Sensibilität, die Maserung der Rinde und sogar einzelne Blätter sind auszumachen. Die Farben werden mit dynamischer Natürlichkeit dargestellt, zudem ist das gezeigte Bild einheitlich scharf.
Blu-ray, 2D-Wiedergabe und Wandlung, Fluch der Karibik, ab Filmbeginn:
Im reinen 2D-Betrieb ist der räumliche Eindruck, als das Schiff aus dem Nebel fährt, bereits recht ausgeprägt, das Bild präsentiert sich zudem mit sehr solidem Bildstand. Die Galionsfigur zittert nicht und wird in vielen Einzelheiten dargestellt. Als die Kamera auf die kleine Elizebeth zufährt, sind viele Einzelheiten am prächtigen Kleid und in ihrem Gesicht erkennbar. Auch im weiteren Verlauf der Szene holt der Panasonic viele Details beispielsweise aus den Uniformen der Soldaten. Die Farbgebung der Sequenz ist leicht blaustichig und kühl, dies stellt der Panasonic überzeugend dar. Im 2. Kapitel nimmt Jack Sparrow Kurs auf Port Royal. Auch hier ist bereits ein guter Raumeindruck festzustellen, als er die Skelette passiert. Bei der Hafeneinfahrt nach Port Royal realisiert der DMR-BST820 auch in schwierigen Situationen eine hohe Bildstabilität – als Sparrow am Handelsschiff mit bewegtem Treiben und neugierig dreinblickender Besatzung vorbeifährt, ist praktisch kein Flimmern o der Zittern als Defizit festzuhalten – das Bild überzeugt rundherum, auch die Schärfe in den hinteren Bildebenen ist hoch.
Als das Galionsschiff bei der Wandlung aus dem dichten Nebel hervor tritt, überzeugt die plastische Wirkung, bedingt durch die Wandlung. Der Effekt, dass sich das Schiff auf den Betrachter zubewegt, ist sichtbar ausgeprägter. Auch bei der Wandlung erscheint das Bild ausgesprochen stabil, es sind kaum Unruhen sichtbar. Als die Kamera an der Galionsfigur vorbei fährt und sich auf die kleine Elizabeth fokussiert, werden viele Einzelheiten sichtbar, das Gesicht der kleinen Elizabeth erscheint fein detailliert. Die Schärfe nimmt gegenüber dem 2D-Betrieb nur geringfügig ab. Die Farbgebung sieht auch nach der Wandlung relativ natürlich aus, es sind kaum Einschränkungen zu erkennen. Helligkeitsverluste sind aber, ebenso wie Farbverfälschungen, auch von der verwendeten 3D Brille und beileibe nicht nur vom Player abhängig. Der Player zeigt sich bilanzierend sehr kontraststark, auch im Detail werden feine Muster, wie z.B. die Gebrauchsspuren auf den Segeln, deutlich heraus gearbeitet. Im 2. Kapitel dann wird das Gesicht von Jack Sparrow in der Großaufnahme erneut detailreich abgebildet, die Differenzierbarkeit innerhalb der Haarpartie ist fast in vollem Umfang gegeben. Als Jack in seinem arg mitgenommenem Boot die drei Piratenskelette passiert, ist eine hervorragende räumliche Trennung gegeben.
DVD: Upconversion von Filmmaterial, 576i auf 1080p, Star Wars Episode III, ab Filmbeginn:
Die Star Wars-typische gelbe Laufschrift zu Filmbeginn läuft stabil und enorm ruhig nach hinten durch. Es ist kaum Kantenzittern festzustellen und nur eine geringfügige Treppenstufenbildung. Im hinteren Bildbereich ist minimales Kantenzittern zu erkennen, das Bild wirkt aber nach wie vor sehr stabil. Die einzelnen Lettern bleichen nicht aus, Wellenbewegungen innerhalb der Schrift sind nicht erkennbar. Der Kameraschwenk auf den Zerstörer wird vom Panasonic mit Bravour erledigt, da der De-Interlacer sofort einrastet, direkt sieht der Zuschauer ein scharfes, detailreiches und stabiles Bild, das große Raumschiff wird nahezu zitter- und flimmerfrei gezeigt. Der Teil des Hecks, der im Schatten liegt, wird sauber durchzeichnet, was für einen ausgezeichneten Detailkontrast spricht. Als die beiden Raumjäger von Obi-Wan und Anakin angeflogen kommen, wird die Flugbewegung ruhig und sicher dargestellt. Die zwei kleinen Raumjäger sind in vielen Einzelheiten zu sehen. Als sie nach unten in die Raumschlacht abkippen, eröffnet der DMR-BST820 ein sehr plastisches Panorama, schon in 2D überzeugt die Staffelung der allesamt scharf dargestellten Ebenen. Farben erscheinen natürlich, das Bild wirkt sauber, aber nicht zu „hochglanzmäßig“, ein von vielen gewünschter, weil authentisch erscheinender Film-Look ist gut zu erkennen. Die Detailschärfe ist auch in den Nahaufnahmen der Cockpits und bei den Gesichtern der Protagonisten hervorragend, er bietet ähnlich bestechende Leistungen wie die aktuellen BD-Player.
DVD: Upconversion von Videomaterial, 576i auf 1080p, AVEC Professional Test
DVD:
-
Schriften in weiß und schwarz vor blau/rot/weißem Hintergrund, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchlaufen: Der Panasonic liefert eine sehr solide Farbtrennung, allerdings flimmert schon die langsamste Schrift minimal. Trotzdem sind auch bei der schnellsten Schrift alle Buchstaben gut zu erkennen. Es finden sich allerdings leichte Doppelkonturen, Artefakte sehen wir keine.
-
Pendel mit rot-blauem Innenleben, das in verschiedenen Geschwindigkeiten über eine schwarze Linie schwingt: Das Pendel schwingt ruhig und gleichmäßig. Allerdings verschwimmt die Struktur des rot-blauen Innenlebens, ein leichtes Ausbluten ist zu sehen. Ca. ab der Mitte treten leichte Nachzieh-Effekte auf. Die Linie, über die das Pendel gleitet, steht stabil.
-
Ein großer magenta-farbener Siemensstern in der Bildmitte und vier kleine Siemenssterne in den Bildschirmecken, grüner Hintergrund, gleichmäßige Drehbewegung. Die kleinen Sterne und der große Stern überzeugen durch stabilen und gleichmäßigen Lauf. An den äußeren Kanten der einzelnen Segmente sind in geringem Umfang Artefakte und ein leichtes Flimmern erkennbar. Farbreinheit und Farbtrennung sind tadellos.
-
Dynamisches Stadtbild von Esslingen, Kamerafahrt über Hausdächer mit Dachziegeln, Autos in der Ferne auf der Bundesstraße, Grünanlage und Teile der Stadtbefestigung: Das bewegte Stadtbild überzeugt mit ausgezeichneter Bildschärfe und ruhigen Kamerafahrten. Scalingrauschen ist praktisch nicht zu erkennen. Das Grün von Rasenflächen, Pflanzen und Bäumen erscheint authentisch. Die Ziegel der Hausdächer flimmern beinahe gar nichts. Details an Häusern und der Stadtbefestigung sind gut zu erkennen. Auch die Durchzeichnung hinterer Bildbereiche gelingt sehr gut.
Güte des eingebauten Satellitentuners
Die Satellitentuner von Panasonic haben uns bisher kaum
enttäuscht. Auch beim DMR-BST820 können wir wieder hervorragende Bildqualität
attestieren. Enorme Bildruhe, beinah völlige Abensz von Bildrauschen und eine
sehr ausgeprägte Bildplastizität zeichnen den DVB-S Tuner aus. Verschiedene
Bildebenene können problemlos differenziert und zugeordnet werden. Kanten- und
Detailschärfe bei nativen HD-Programmen auf den öffentlich-rechtlichen Sendern
ist tadellos. Nahaufnahmen überzeugen durch feine Durchzeichnung an Kleidung
und Gesichtern während Panorama-Aufnahmen mit einer ausgezeichneten Schärfe in
allen Ebenen punkten. Die Farbwiedergabe wirkt lebendig und dynamisch, bleibt
aber natürlich und wirkt nicht überzogen. Der Kontrast kann sich ebenfalls
sehen lassen, wodurch der tolle räumliche Eindruck erst entsteht, auch dunkle
Bildbereiche wirken sauber strukturiert. Bei Programminhalten in SD ist das
Bildrauschen natürlich etwas ausgeprägter und die Kanten- sowie Detailschärfe
geht zurück. Allerdings wirkt auch hier das Bild des Panasonic recht sauber und
stabil. Die Farben wirken nur leicht zurückgenommen, der räumliche Eindruck
bleibt weitgehend erhalten. Als einzigen Schwachpunkt sind die Umschaltzeiten zu
nennen, die bei etwa 1,5 Sekunden liegen.
Aufgenommene Inhalte
Beim DMR-BST820 können TV-Sendungen in verschiedenen
Qualitätsstufen aufgenommen werden. Dies reicht von unkomprierten Aufnahmen
(DR) über verschieden stark komprimierte HD-Aufnahmen bis hin zu SD-Qualität
in stark komprimierter Form. Unabhängig der verwendeten Kompressionsstufe hat
der Panasonic DMR-BST820 während des Testbetriebes mit hoher Betriebssicherheit
überzeugt. Ob Timer-Aufnahme, spontane Aufnahme mit der REC-Taste oder
Timeshift-Funktion, alles erledigte das Panasonic-Gerät kompromisslos.
Aufnahmen in unkomprimierter Form sind identisch zur Originalausstrahlung und
werden direkt auf die Festplatte/Blu-ray geschrieben. Bei den Stufen darunter
wird die Original-Aufnahme "on the fly" mit einem spezifischen Codec
komprimiert, in den hochwertigen Qualitätsstufen macht sich zunächst nur eine
sehr geringfügige Qualitätsabnahme sichtbar, die sich lediglich auf
exzellenten Displays mit hoher Bilddiagonale bemerkbar macht. Bei stärkerer
Komprimierung macht sich aber dann doch erhöhtes Bildrauschen und Detailverlust
bemerkbar. Die Farbgebung bleibt stets natürlich und die Bildruhe ebenfalls
hoch.
Klang
Der Panasonic DMR-BST820 bietet akustisch eine ausgezeichnete Performance.
Grobdynamisch und lebendig wirkt die Klangkulisse mit klaren Höhen und satten
Bässen. Der Panasonic zeigt charakteristische Stimmwiedergabe, Ausdruck und
Finesse. Insgesamt ausgewogen und balanciert wird die akustische Kulisse nicht
spitz und aggressiv, sondern bleibt samtig und angenehm.
Fazit

Panasonic schickt mit dem DMR-BST820 ein weiteres erfolgsversprechendes Pferd
aus dem Stall der bewährten Produktpalette ins Rennen. Nicht ohne ordentlich
daran gefeilt zu haben: Der DMR-BST820 ist ein wahrer Blu-ray Recorder und nimmt
TV-Sendungen nicht nur auf die integrierte Festplatte sondern auch direkt auf
Blu-ray/DVD auf. Weiter macht uns der japanische Hersteller uns mit der Diga
Player App den Mund wässrig. Mit einem iOS- bzw. Android Smartphone/Tablet
nimmt man das aktuelle TV-Bild einfach mit, wohin man gerade eben
"muss". Auch sonstige Videos auf der integrierten Festplatte lassen
sich auf dem Smartphone/Tablet abspielen, zudem kann die App auch als Remote
verwendet werden. Zur Flexibilität zählt auch das integrierte WLAN-Modul, dass
sich bequem per WPS-Taste ins Heimnetzwerk einbinden lässt. Bei Aufnahmen
zeigte sich das üppig ausgestattete Gerät betriebssicher und nimmt mit
verschiedenen Kompressions-Stufen das TV-Signal auf. Ist man sich zuhause wieder
mal nicht einig, können auch zwei Sendungen gleichzeitig aufgenommen werden und
parallel ein Film von Blu-ray/DVD wiedergegeben werden. Die Bildqualität
überzeugt dank dem UniPhier Pro² Chip in allen Disziplinen, ob Blu-ray
Wiedergabe, DVD-Upconversion oder der eingebaute DVB-S Tuner. Ausgeprägte
Räumlichkeit und Plastizität, hohe Kanten- und Detailschärfe sowie
Kontraststärke und Farbgebung punkten für den Panasonic. Handhabung und
Bedienung ist nach kurzer Zeit auch für den kaum versierten Nutzer problemlos
möglich. Selbst DLNA-Funktionen und sonstige Multimedia-Features gelingen meist
intuitiv. Der DMR-BST820 ergattert durch die hervorragende Bildqualität, den
flexiblen Einsatzmöglichkeiten und aufgrund des zuverlässigen Betriebs unser
Referenz-Prädikat.
Flexible Medienzentrale mit hervorragenden visuellen
Leistungen und innovativer Diga Player App
Blu-ray-/DVD-Recorder Oberklasse
Test: 05.06.2012
+ Exzellente visuelle Performance
+ Hervorragende DVD Upconversion
+ Gute, flexible 2D in 3D Wandlung
+ Betriebssicherheit
+ Diga Player App
+ DLNA Klient und Server
+ Zwei CI Plus Schächte
- Lange Umschaltzeiten
Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
05. Juni 2012
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