XXL-TEST: Teufel 5.1 Lautsprecher-Set System 7 - neue THX Select Messlatte?

13.03.2012 (cr/sw)

Einführung

Teufel erweitert sein THX-Lautsprecher-Sortiment konsequent und offeriert mit dem für knapp 2600 EUR erhältlichen 5.1 Set System 7 eine neue THX Select 2-zertifizierte Speerspitze. Schon optisch möchte das System auf sich aufmerksam machen - durch das zeitlose, schnörkelfreie Design allerdings auf angenehm subtiel Art und Weise, das System 7 kultiviert gepflegtes und hochwertiges Understatement. So besteht die Front der Satelliten aus gebürstetem Aluminium, um die Chassis sind Noblesse ausstrahlende Ringe gelegt. Aber auch technisch schöpft Teufel aus dem Vollen. Der S 700 FCR, seines Zeichens dreimal in unserem Set (Vorn links, rechts, Center) enthalten, verfügt über leistungsstarke Flachmembranen - geringe Phasenverschiebungen sind das hörbare akustische Plus in der Praxis. Gegenphasig schwingende Anteile werden Verzerrungen auf bemerkenswert geringem Niveau gehalten. Die für den Surroundbereich zuständigen Dipole S 700 D schaffen diffuse Klangwelten mit hoher Räumlichkeit, so dass man sich wie im Kino wähnt. Was uns wundert - Teufel verspricht Großtaten vom im Dipol eingebauten Tieftöner, dieser soll eine eigentlich für THX Ultra II vorgesehene untere Grenzfrequenz von 80 Hz schaffen (THX Select 2 - 100 Hz Grenzfrequenz). Der mitgelieferte Subwoofer ist aus dem überragenden System 8 bekannt und erfüllt sogar souverän die THX Ultra II Norm. Das imposante Teil hört auf den Namen S 8000 SW und befeuert auch große Hörräume mit seinem 300 mm Treiber. Die Endstufe fährt mit 500 Watt Sinusleistung auf und begeistert durch die untere Grenzfrequenz von 25 Hz. In seiner neuesten Ausprägung weist der aktive Bass-Experte eine DSP-Einheit zur klanglichen Feinjustage auf. 

S 700 FCR

S 700 D

S 8000 SW

Video

Video powered by Panasonic HDC-Z10000, MEDION Erazer and Soundtaxi

Verarbeitung und Technik 

S 700 FCR

3 x S 700 FCR für vorn

S 700 FCR mit Gitter davor

Rückansicht

Hochwertige Detailverarbeitung

Oberflächen-Finish der Schallwand - hochwertiges, gebürstetes Alu, dazu ein eleganter Chromring um die Chassis

Flachmembranen

Akkurat gearbeitete Kanten, Hochglanz-Oberfläche

Geringe Spaltmaße zwischen Schallwand und Korpus

Hochtöner

Schraubanschlüsse S 700 FCR

S 700 D

Identisches Terminal beim S 700 D

Dipol - Hochtöner

Integrierte Wandhalterung

Tieftonchassis - bis auf 80 Hz soll es laut Teufel hinunter spielen

Dipol - Komplettansicht

Dipole mit Gitter

S 8000 SW

Kantenverarbeitung

Tieftonchassis

Für einen THX Ultra 2 Subwoofer ist der S 8000 SW kompakt

Unten: 300 mm Chassis

Fuss

Rückseite

Tieftöner von innen aus gesehen

Sauber aufgebaut - Endstufeneinheit

Ringkerntrafo

Leistungsstark auch beim Dauereinsatz - der S 8000 SW

Saubere Verarbeitung auch im Detail

Platinenlayout

Gesamtüberblick

Display, in solide verschraubte Platte eingelassen

Im Detail

Einstellbar: Hochpass, Tiefpass, Empfindlichkeit (wenn der Subwoofer Pre-Out am AVR schwachen Pegel aufweist, kann man von -10 dB auf 0 dB umschalten)

Line-In

DPU-Bassreflexöffnung

S 8000 SW - Fernbedienung

Beginnen wir mit dem S 700 FCR - mit einer Dauerbelastbarkeit von 130 Watt (IEC - Long Term) und einer kurzzeitigen Impulsbelastbarkeit von 180 Watt (IEC - Short Term) bringt der kompakt bauende (Tiefe 14 cm, Breite 38 cm und Höhe 21,4 cm) und 6,10 kg wiegende Satellitenlautsprecher tadellose Leistungen zustande, wir sind gespannt, ob sich dies auch in der Praxis nachvollziehen lässt. Die Empfindlichkeit (2,83 V/1 m) gibt Teufel mit 90 dB an, als maximaler Schalldruck liegt bei 106 dB (dB/1m). Die Nennimpedanz reicht von 4 bis 8 Ohm, und der Lautsprecher arbeitet nach dem geschlossenen Prinzip. Dadurch verschlechtert sich zwar der maximal mögliche Wirkungsgrad, aber dafür bieten geschlossenen Systeme eine ausgezeichnete Präzision. Sollte der von Teufel angegebene Wirkungsgrad sich zudem auch in der Praxis bewahrheiten, dann kann man damit gut leben, auch ein Mittelklasse-AV-Receiver käme dann mit dem schmucken System 7 klar. Das MDF-Gehäuse mit einem Netto-Innenvolumen von 5,6 Litern weist eine Alu-Front auf und ist sauber mit hochglänzendem Lack überzogen.  Die Teufel-gewohnt hochwertigen Anschlussklemmen sind für Bananenstecker ausgelegt und nehmen Kabel bis zu 6 mm2 Querschnitt auf. Der 25 mm Hochtöner ist mit einer Gewebekalotte ausgestattet, die beiden 130 mm Tieftöner bestehen aus beschichteter Zellulose. Der Frequenzbereich reicht von 80 bis 22.000 Hz. Insgesamt hinterlässt der Lautsprecher, der dreimal im Paket enthalten ist, einen hochwertigen und soliden Eindruck, sehr beachtlich für die Preisklasse.

Der Dipol nennt sich S 700 D und bietet ebenfalls Belastbarkeits-Daten, die ihn für den Einsatz in dedizierten Heimkino-Räumen befähigen. Mit 110 Watt Dauer- und 160 Watt Maximalbelastbarkeit lässt sich einiges anstellen. Die Empfindlichkeit liegt auf gleichem Level wie beim direkt abstrahlenden S 700 F. Auch der maximale Schalldruck ist identisch, ebenso wie die Nennimpedanz. Als Frequenzgang stehen ebenfalls 80 bis 22.000 Hz an. Ein Umschalter sorgt dafür, dass der S 700 D wahlweise als Dipol oder aber als Monopol akustische Verwendung finden kann. Der geschlossene Lautsprecher basiert auf einem MDF-Gehäuse, die Hochglanzlackierung ist auch beim Dipol sauber aufgebracht. Auch der Dipol bringt leichtgängige und hochwertige Lautsprecher-Schraubanschlüsse mit, die für Kabelquerschnitte von bis zu 6 mm2 ausgelegt sind. Der 100 mm Glasfaser-Mitteltöner und der 25 mm Gewebehochtöner werden von einem 130 mm Glasfaser-Tieftöner ergänzt. Der Dipol ist 15 cm tief (mit Wandhalterung 17,6 cm), die Breite beträgt 28 cm und die Höhe 31 cm. Der S 700 D wiegt pro Stück 5,7 kg. 

Mit enormer Leistungsfähigkeit konnte sich der S 8000 SW schon in unserem Test des Systems 8 behaupten. Dieses Kleinkraftwerk ist auch wichtiger Bestandteil des Systems 7. Teufel gibt eine untere Grenzfrequenz von 25 Hz an. Der Subwoofer misst trotz der Erfüllung der harten THX Ultra 2 Kriterien lediglich 54,8 cm in der Tiefe, 36 cm in der Breite und 70 cm in der Höhe. Er wiegt satte 41,7 kg und hat 83,70 Liter Innenvolumen. Die Class AB Endstufe arbeitet mit einer DSP-Vorstufe zusammen. Das 300 mm Chassis wird von 500 Watt Leistung (Sinus, 650 Watt Maximal) bedient. Im Lieferumfang des kraftvollen Bassisten ist auch eine kleine Fernbedienung für die komfortable Bedienung der wichtigen Funktionen von der Couch aus enthalten. Das MDF-Gehäuse ist ordentlich hochglänzend lackiert, Kennzeichen von außen für Kenner ist die Bassreflex-DPU-Öffnung - Teufels Technologie verhindert durch die spezielle Ausformung des Bassreflex-Ports störende Strömungsgeräusche. Der aktive Subwoofer mit einem Innenvolumen von 83,70 Liter hat eine Ein-/Ausschaltautomatik und nimmt maximal 1200 Watt Leistung auf. Eine Phasenreglung, ein Full Range/Low Pass-Filter und ein Display, das in eine silberne Platte auf der Gehäusefront eingelassen ist, sind weitere Ausstattungsmerkmale. Doch damit nicht genug - der S 8000 SW bringt auch folgende Features mit:

  • Einstellbares Hochpassfilter/Rumpelfilter (20-60 Hz)
  • Einstellbares Tiefpassfilter für unterschiedlichste Kombinationsmöglichkeiten (60-220 Hz)
  • Empfindlichkeit umstellbar von -10 dBu auf 0 dBu (für schwache Subwoofer-Ausgänge am AV-Receiver)
  • Optimale Signalerkennung für ein automatisches Einschalten aus dem Standby-Betrieb
  • Lautstärke, Phase, Mute und THX-Lautstärke können per Fernbedienung geregelt werden
  • Schutz des Tieftöners vor Gleichspannungen und zu hohen Strömen
  • Überhitzungsschutz mit entsprechender Drosselung
  • Hocheffektiver Limiter gegen zu hohe Eingangssignale
Testequipment
Klang

Nomen est Omen - das System 7 geht teuflisch gut bei der Tiesto-Blu-ray "Elements Of Life - Copenhagen". Die kraftvoll abgemischte DTS-HD Master Audio-Tonspur kommt beim dritten Titel auf der 2. BD "Back In Your Head" hervorragend heraus. Knallhart und satt ertönt der Bass - da muss sich selbst unser gerade eben exzellent getesteter Jamo Aktivsubwoofer SUB 660 geschlagen geben. Schon der Jamo donnert gerade bei diesem Track vehement und präzise durch den Hörraum und verweist auch teurere Kontrahenten auf die Plätze. Aber wie tief, hart und satt der S 8000 SW hier antritt, belegt: Es gibt kaum einen anderen Sub, der kompakte Abmessungen und pure Basskraft so vortrefflich miteinander verbindet. Noch kleiner geht es kaum - aber es geht: Der  Nubert Aktivsubwoofer nuVero AW-13 DSP schafft dieses Kunststück und bietet eine grandiose Tiefbass-Gewalt und eine überragende Pegelfestigkeit im sehr kompakten Edel-Gehäuse. Nobel kommt auch der S 8000 SW daher - aber wer schaut sich dieses Basskraftwerk nur an ? Man schaltet ihn ein und genießt reinen, enorm sorgsam gestaffelten Bass und eine hervorragende Impulstreue, was in Anbetracht des Downfireprinzips und des recht großen Chassis doch verwundert. Auch ansonsten punktet das System 7, es spielt sehr transparent und klar, tonal nah an der Neutralität. Auch die passiven Komponenten agieren sehr impulstreu, die im Hochtonbereich gezeigte Brillanz ist exzellent für die Preisklasse - allerdings dürfte es sensiblen Zeitgenossen ab und zu sogar etwas zu viel sein - die Höhen sind mit messerartiger Schärfe umrissen, was viele faszinieren dürfte, aber manche auch überfordern könnte. Auch bei "Silence" (Track 9 auf BD2) wird diese Auslegung deutlich. Die Anbindung des S 8000 an den Rest des Systems gelingt ausgezeichnet, die beiden C 700 D hinten schaffen eine räumlich weite, zum Live-Charakter des Konzertes passende Atmosphäre. Der Aufbau der Effekte, auch mit Wechsel von Front-  auf Surround-Klangkulisse, gelingt fließend und schnell. 

Bei "Because You Loved Me" von Celine Dion (BD "A New Day", Dolby TrueHD) gibt das System 7 Celines Stimme sehr authentisch wieder und räumt den vokalen Elementen auch den richtigen Platz in Bezug auf die Gesamtakustik ein. Die Instrumente werden nicht unpassend in den Hintergrund gedrängt, gruppieren sich aber stimmig rund um den Fokus - um Celine. Der Background-Gesang wird ebenfalls sehr gut eingearbeitet. Überrascht hat uns, wie gekonnt das System 7 die Stimme vom Lautsprecher löst. Auch ist kaum ein klangliches Loch zwischen der obersten Grenzfrequenz des aktiven Subwoofers und der Satelliten heraus zu hören. Das Klatschen der Zuhörer kommt plastisch, räumlich und akkurat gestaffelt über alle Kanäle zur Geltung. Dann geht es gleich mit dem nächsten Stück weiter: " To Love You More" überzeugt durch Dynamik und eine wiederum sehr gute Loslösung der klanglichen Elemente von den Chassis. Die klare, prägnante Hochton-Wiedergabe ist auch hier zu hören. Die Dipole schaffen viel Atmosphäre und lassen das Klangbild trotz diffusen Abstrahlens nicht verschwommen erscheinen. 

Andrea Bocellis "Romanza" (PCM 5.1, BD "Vivere - Live in Tuscany") wird mit nötigem Feingefühl zum Zuhörer transportiert, nur im Detail könnten die Streicher noch etwas fließender und sanfter klingen. Hier mischt das System 7 einen leicht metallischen Einschlag bei. Sehr schön steht Andreas Stimme mitten im Raum, und das System 7 löst alle akustischen Elemente sehr überzeugend von den Lautsprechern. Die Detaillierung nicht nur der vordersten, sondern weiter hinten liegender musikalischer Ebenen gelingt ausgezeichnet. Auch bei " A Te", in dem der berühmte US-Saxophonist Kenny G mitspielt, gelingt dem Teufel 5.1-Ensemböe eine tadellose Vorstellung. Das Saxophon steht stabil und klar auf der virtuellen Bühne und wird präzise sowie prägnant umrissen. Die anderen, begleitenden instrumentalen Elemente werden detailreich wiedergegeben. Als Andrea beginnt, vorzutragen, schwenkt der akustische Fokus in enormer Geschwindigkeit gekonnt auf die Stimme um. 

Nun wollten wir überprüfen, wie sich das System 7 bei klassischer Musik schlägt. Aufgrund der sehr hohen Transparenz trauen wir den Lautsprechern durchaus große Taten zu - ob dies auch so ist, haben wir bei der weltberühmten "Le Nozze Di Figaro", zu deutsch Figaros Hochzeit, ausprobiert. Hier haben wir die Eröffnung und das erste Duett Figaro - Susanna angehört. Figaro wird in der Aufnahme von Ildebrando D'Arcangelo gesungen, Susanna von Anna Netrebko. Es spielen die Wiener Philharmoniker unter Nikolaus Harnoncourt. Die in DTS-HD High Resolution vorliegende Tonspur gefällt durch Dynamik, Esprit und natürliche Räumlichkeit - die Komponenten des System 7 bringen direkt den tosenden Applaus vor dem Beginn sehr räumlich und mit Feingefühl heraus - schon in 5.1 stellt sich der "mittendrin anstatt nur dabei"-Effekt überzeugend ein. Dann legt das Orchester los - klar durchzeichnet präsentieren sich die Streicher, dynamisch und schwungvoll kommt der orchestrale Gesamteinsatz heraus. Bei leiseren Passagen könnte das System 7 noch eine Idee sanfter agieren, es ist manchmal etwas zu viel Härte in den leisen Sequenzen - aber es dürfte auch klar sein, dass man in diesen Preisklassen nicht zaubern kann. Ausgesprochen gelungen werden Tiefe und Weite der Bühne heraus gestellt, und auch die Grobdynamik erfüllt problemlos hohe Ansprüche. Das erste Duett dann zeigt wiederum die schöne Loslösung des Klangs von den Lautsprechern, auch der Aufbau bis zum Gesang gelingt nachvollziehbar und mit Verve - dann beginnt Figaro, und seine Stimme scheint wirklich dort auf der Bühne lokalisiert zu sein, wo der Sänger auch steht. Die Frauenstimme hat Kontur und wird exakt sowie transparent übertragen. Das Orchester vergisst das System 7 nicht, sondern stellt es stets mit stimmiger Einarbeitung dar. 

Das beeindruckende Intro zur Within Temptation Live-Konzert-BD "Black Symphony" bietet dem System 7 weitere Chancen auf die Komplettierung der Mission, erstklassigen Mehrkanal-Klang für deutlich unter 3000 EUR  - für viele Anwender magische Grenze - zu offerieren. Und der Choralgesang gelingt überragend, wie greifbar. Der erste Basseinsatz hat Kraft, Nachdruck und schafft eine dichte Räumlichkeit. Die Geräusche aus dem Publikum werden von den Dipolen sehr gut erfasst und atmosphärisch überzeugend in den Hörraum gestellt. Was uns aber am besten gefällt: So klar nachvollziehbar haben wir den facettenreichen Aufbau selten gehört, schon gar nicht in dieser Preisliga. Imposant, vielschichtig, mit einem enormen Spannungsbogen - so präsentiert das System 7 dieses Intro und man spürt, wie von Minute zu Minute mehr Adrenalin produziert wird, der Start des "richtigen" Konzertes rückt näher. Als es dann soweit ist, stellt das System 7 den großen Dynamiksprung hervorragend heraus und stellt kurz darauf die Stimme der Sängerin mitten in den Raum. Der Sub punktet voll: Er spielt sich nie unpassend in den Vordergrund, dickt nie auf, hat aber immer so viel Kraft, dass er auch bei hohem Pegel nicht am Anschlag läuft. Sollte es doch einmal passieren, dass die Pegel zu hoch werden, greift sanft und unmerklich der Limiter ein. 

Nun wenden wir uns cineastischem Material zu - und starten hier mit dem 2. und 3. Kapitel von "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" (englisch, Dolby TrueHD). Im 2. Kapitel kommt es zu ersten Dialogen zwischen Irina Spalko und Indy, zudem öffnet sich zu Beginn des Kapitels das Tor des Hangars lautstark. Genau dieser Effekt wird vom System 7 hervorragend zur Geltung gebracht, da der S 8000 SW bis hinunter in den Frequenzkeller souverän spielt. Der Dialog zwischen Indy und Spalko wird vom Hall des großen Hangars beeinflusst, diese Beeinflussung arbeitet das System 7, ebenso wie das metallische Schwingen des Säbels von Spalko, sehr gut heraus. Der Music Score ist auch dann, wenn er nur subtil und im Hintergrund aktiv ist, präsent und wird mit der nötigen Feinarbeit wiedergegeben. Im 3. Kapitel dann stehen zünftige Faustschläge an. Als Indy seine Waffe auf Spalko richtet und hörbar atmet, schafft das System 7 viel Atmosphäre. Auch der Dialog zwischen Mac und Indy - Mac outet sich hier als "Mitarbeiter" der Gegenseite - löst sich sehr gut von den LS-Chassis. Dann baut sich eine reichhaltige Effektkulisse auf, als Indy die Waffe fallen lässt und sich ein Schuss löst. Plötzlich herrscht wildes Treiben, Indy flüchtet, Fahrzeuge versuchen ihn aufzuhalten, die Fahrgeräusche werden lebhaft übertragen, die Kollisionen haben Nachdruck und Struktur. Als der Jeep durch die Wand aus Kisten bricht, entsteht ein dichter Raumeindruck. 

Bei "Star Wars Episode III" (BD, DTS-HD Master Audio) haben wir uns mit der spektakulären Eröffnungsschlacht auseinander gesetzt: Klar und kraftvoll sind Attribute, die man dem System 7 auch hier bescheinigen kann. Aber der Reihe nach - zunächst wird die berühmte Star Wars-Musik nachdrücklich und dynamisch wiedergegeben. Der S 8000 SW bringt den durch den Bildschirm donnernden Sternzerstörer herausragend heraus: Tiefer, satter Bass ohne störende Nebengeräusche. Die Raumschlacht wird nicht nur wegen dem S 8000 SW zu einem wahren Feuerwerk: Auch die geschlossene, dichte Front-Klangkulisse und die viel Räumlichkeit erzeugenden Dipole tragen ihren Teil dazu bei.  Die Stimmen der Protagonisten werden mit Charisma umgesetzt. Verschiedene, parallel stattfindende Effektkombinationen jagt das System 7 gekonnt durch alle Kanäle. Die vielen Explosionen im akustischen Vorder- und Hintergrund werden beinahe zur Gänze erfasst. Manchmal erlaubt sich das System 7 eine akustisch etwas scharfe Gangart - sensible Zeitgenossen regeln da doch ab und zu die Lautstärke herunter. Ansonsten herrscht permanent viel Atmosphäre auf allen Kanälen - hier wird akustische Finesse für vergleichsweise wenig Investment geboten. 

Wir wollten wissen - was leistet das System 7 bei Tonspuren ältere Filme, die neu gemastert wurden? Die Antwort soll uns die 007-Blu-ray "In Tödlicher Mission" geben, die turbulent beginnt (Tonspur Englisch, DTS-HD Master Audio). Wir starten mit Kapitel 3, hier ist ein englisches Spionageschiff zu sehen, das als Fischkutter getarnt ist. Die Arbeitsgeräusche kommen ausgezeichnet heraus, auch, als einer der Mitarbeiter von außen nach innen läuft, um seine Schicht im Kontrollraum anzutreten, wird akustisch gut verdeutlicht. Die Stimmen erscheinen etwas blechern, ganz lässt sich das Alter der Vorlage nicht verleugnen. Auch erscheinen vokale Elemente etwas distanziert, dies kann man aber nicht dem System 7 ankreiden. Als dann die große Explosion auf dem Schiff erfolgt - mit anschließendem Wassereinbruch - kommt die ganze Effektkulisse sehr authentisch und kraftvoll heraus - die Explosion, die Alarmsirene, die Schreie: Es ist erstaunlich, zu wie viel Leben das System 7 der Tonspur verhilft. Im 7. Kapitel steht die legendäre Verfolgungsjagd mit der gelben "Ente" auf dem Programm. Im Vergleich zu modernen Tonspuren wirkt das Gebotene schon etwas zurückhaltend und tonal leicht blechern, aber es ist erstaunlich, wie viel Freude die neu gemasterte Tonspur in Verbindung mit dem System 7 doch bietet. Gerade, als der 2CV wieder "auf die Beine", vielmehr Räder, gestellt wird und kurz darauf Schüsse der erbosten Killer aus den schwarzen Peugeot 504 fallen, wird deutlich, wie gut das akustische Erlebnis auch im Detail ist. Der schwungvolle Music Score, als nun 007 das Steuer ergreift, wird ebenfalls prima eingearbeitet. 

Im Stereobetrieb kann man ebenfalls sehr zufrieden mit den Leistungen des Systems 7 sein: Bei "Barbra Steisand" von Duck Sauce liefert das Teufel-Set im 2.1 Einsatz eine klare, dynamische Klangkulisse, die beiden S 700 FCR realisieren eine natürliche Klangkulisse, und der S 8000 SW fügt sich gekonnt ein. Dass er satten, energiegeladenen Bass liefert, haben unsere anderen Test-Beispiele schon gezeigt, und auch im Stereobetrieb zeigt er seine Talente, die in Nachdruck, Struktur, Räumlichkeit und Präzision ihre Ausprägung finden. Auch beim Pop-Klassiker "You Win Again" von den Bee Gees sind sehr gute Ergebnisse zu verzeichnen. Die Trennung von Stimme und Instrumenten gelingt sauber, der Basseinsatz kommt mit korrektem Timing. Die Detaillierung ist für ein derartiges System gut. Fest steht, dass hier ein beachtlicher Standard geboten wird, gleichwohl aber lässt sich festhalten, dass hochwertige Standlautsprecher für Stereo-Hören nach wie vor unschlagbar sind. 

Tipps
  • Alle LS auf 80 Hz im Menü des AVRs einstellen

  • In akustisch lebendigen Räumen Treble (Höhen) des AVRs auf - 2 oder -2,5 zurückstellen

  • Dipole in Ohrhöhe unter gleichen Bedingungen rechts und links positionieren

  • Am besten AVR ab der Preisliga 800 EUR verwenden - Beispiele: Denon AVR-2312, Onkyo TX-NR809

  • Wer auf enorme Brillanz steht, nimmt am besten einen hochwertigen neutral klingenden AVR wie den Yamaha RX-A3010 

Konkurrenzvergleich
  • Teufel 5.1 Set System 8: Das System 8 entspricht auch von den passiven Komponenten her der THX Ultra 2 Norm. Die passiven Boxen sind etwas größer und liefern noch mehr maximalen Pegel. Allerdings ist schon das System 7 so gut, dass kaum noch der Wunsch nach Mehr besteht - es sei denn, man ist wirklicher "Heimkinobetreiber", dann lauert aber im Teufel-Produktportfolio noch das große, bärenstarke System 10 im Hintergrund. Die Satelliten S 700 FCR wirken beinahe noch edler, besonders durch die Alu-Schallwand. Tonal ist das System 7 minimal heller, zudem weist es einen etwas besseren Wirkungsgrad auf. 

  • Jamo D 500 THX Select 2: Das Jamo-Set klingt harmonischer und etwas weniger direkt. Dafür meistert das System 7 nochmals höhere Pegel im Gesamten, im Bassbereich tritt das System 7 zwar "nur" mit einem Subwoofer an, der hat es aber in sich und realisiert einen überragenden Tiefgang. 

  • Teufel 5.2-LS-Set System 5 THX Select 2: Das kleinere und preiswertere THX Select 2 System aus dem Hause Teufel muss bei den Punkten Grobdynamik und Pegelfestigkeit hörbar zurückstecken. Für den deutlich niedrigeren Kaufpreis aber ist es gerade mit 2 aktiven Bässen für kleinere Hörräume - während man das System 7 bis 45 Quadratmeter einsetzen kann, sollten es beim System 5 maximal gut 30 Quadratmeter sein - eine tolle Okkasion. 

  • Canton Chrono 5.1 Set (508.2 DC, 501.2, 505.2 CM, Sub 80): Für Stereoliebhaber ist das Canton Ensemble eine tolle Wahl, da die beiden Chrono 508.2 DC eine exzellente Stereoperformance realisieren. Auch bezüglich Harmonie und Homogenität ist das Canton-Set hervorragend. Der in unserem Canton Test-Set mit enthaltene aktive Subwoofer muss sich dem S 8000 SW aber geschlagen geben, ebenfalls entfaltet das System 7 mehr räumliche Weite auf den Surround-Kanälen. 

  • Quadral Argentum New 5.1 Surroundset (Argentum 330, 320, 310 Base, Sub 63 DV Aktiv): Das kompakte Mehrkanal-Set tritt akustisch sehr klar und kultiviert auf. Die aufwändig konstruierte Argentum 330 bietet eine tolle Detailfreude und eine sehr gute Grobdynamik. Der kleine aktive Subwoofer hat einen erstaunlichen Tiefgang. Insgesamt ein preislich interessantes, sauber spielendes Set, das aber bei Pegelfestigkeit und Grobdynamik den Kürzeren gegen das System 7 zieht. 

Fazit

Teufel wird hochwertig - akustisch ist man dies schon lange, aber optisch und haptisch war man das nicht immer. Das System 7 zeigt optische Reize, die sich auf angenehm subtile und zurückhaltende Art erschließen lassen: Die sauber eingepasste Alufront des S 700 FCR, die kleinen Chromringe um die Chassis oder die sauber aufgebrachte hochglänzende Gehäuseoberfläche aller Komponenten beweisen Berliner Umdenken. Teufel möchte nicht länger nur akustische Topleistung zum Sonderpreis offerieren - sondern akustische Maßstäbe mit bestmöglichem Finish verbinden. Dies beweist auch das Innenleben des S 8000 SW, das mit enorm peniblem Platinenlayout und beeindruckendem Ringkern-Transformator begeistert. Klanglich legt sich das System 7 enorm "ins Zeug": Enorm pegelfest, grob- und feindynamisch talentiert, mit sauberer Strukturierung und hoher Impulstreue. Im Hochtonbereich wird eine beeindruckende Transparenz an den Tag gelegt, allerdings ist es sensiblen Naturen manchmal des Guten etwas zuviel.  Der S 8000 SW ist einer der leistungsfähigsten aktiven Subwoofer, die wir kennen - und dass dieser Premium-Bassist im preislich gewohnt fairen Kaufpreis mit enthalten ist, verleiht dem System 7 noch mehr Reiz. 

"Power to the People":  Das System 7 verbindet optische Noblesse mit kompromissloser akustischer Stärke - und das zum Sonderpreis

5.1 Lautsprecherset obere Mittelklasse
Test 13. März 2012

+ Extrem Pegelfest
+ Grobdynamik und Feindynamik hervorragend
+ Räumlich in Weite und Tiefe exzellent
+ Transparente Klangcharakteristik
+ Gnadenlos zupackender Subwoofer mit erstklassigem Tiefgang
+ Ausgezeichnete Verarbeitung
+ Günstiger Kaufpreis

- Nur eine Farbversion erhältlich
- Hochtonbereich zuweilen fordernd

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13.03.2012

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